Der BILD-Zeitung glaube ich ja erstmal gar nix! Da aber scheinbar alle Medien diese Meldung aufgegriffen haben und diese mir meinen Eindruck im übrigen ja nur bestätigt, nehme ich das auf und schimpfe ein bisschen über die Lage.
Erst gestern las ich in der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, dass die nächste Konjunkturflaute sich abzuzeichnen beginnt. Das wird ja was werden. Vielleicht versucht man mit solchen Nachrichten die “Gier” der Arbeitnehmerschaft in Zaum zu halten und deren Wunsch nach einer angemessenen Beteiligung am Produktivitätszuwachs im Keim zu ersticken. Die Nachrichten der letzten Zeit waren ja auch zu positiv. Da muss man dringendst ein wenig Wasser in den Wein schütten, damit nicht am Ende noch so etwas wie Euphorie entsteht. Und das bei uns in Deutschland.
Es wird ja wohl keine Rede davon sein können, auch wenn die Große Koalition das gerne hätte, dass wir durch die wenigen so genannten Reformen auch nur ansatzweise über den Berg wären. Die “Hausaufgaben” wurden auf Seiten der Politik bisher jedenfalls noch nicht gemacht. Und die vorhandenen Ansätze werden bestimmt nicht dazu ausreichen, um Deutschland in ruhige Wasser zu steuern. Wenn es nach den wirtschaftsfreundlichen Kräften in unserer Republik ginge, hätten die schon verhandelten Lohnzugeständnisse der letzten Monate in einigen Branchen so schon gar nicht stattfinden dürfen. Die Arbeitnehmer werden doch wirklich schon wieder gierig. Dem muss man einfach und vor allem dringend Einhalt gebieten.
Da kommen so ein paar miese Konjunkturdaten gerade recht. Dass die Deutschen mit ihren Nettolöhnen nunmehr auf dem Niveau von 1986 angelangt sind, wird diejenigen freuen, die der Arbeitnehmerschaft prinzipiell und immer zuerst vorhalten, dass die Produktivitätszuwächse nichts anderes zuließen. Vielleicht stimmt das ja. Sieht man sich die Vergleichszahlen anderer Länder dazu an, neigt man zur Einsicht.
Kölner Stadt-Anzeiger: Nettolöhne auf dem Stand von 1986












Es geht nicht um die Bruttolöhne. Sondern um die N E T T O – Löhne. Was nichts anderes heisst, als dass der Staat gerade denen mit dem geringeren Einkommen immer tiefer in die Tasche greift.
s.a.´http://fdog.org/2007/09/24/ein-drittel-der-deutschen/
In der Tat! Es geht um die Nettolöhne. Ja und? Natürlich ist es so, dass auf breiter Front die Löhne und Gehälter in Deutschland gesunken sind. Also hat wohl nicht nur der Staat zugelangt. Die Arbeitgeber haben das rausgeholt, was irgendwie ging. Das halte ich nicht für legitim, auch wenn es den Regeln einer freien Marktwirtschaft entspricht.
Bevor ich der Bild glaube, glaube ich eher der taz.
Trotzdem sehne ich mich nach alten Zeiten. 1987, zwischen Abitur und Studium, hatte ich einen Ferienjob beim Daimler mit ungefähr 23 Mark pro Stunde (inkl. aller Zulagen). Heute musste ich bei einem Vorstellungsgespräch bei einer Zeitarbeitsfirma tapfer ein Pokerface machen, da gibt es 7 Euro auf die Stunde …
@Klaus: Die Löhne und Gehälter haben sich inzwischen leider stark nach unten entwickelt. Es ist eben leider nicht nur der Staat, der uns natürlich massiv in die Tasche greift, sondern es sind auch die Unternehmen, die aus der allgemeinen Misere am Arbeitsmarkt, ihren Nutzen gezogen haben. Das halte ich nicht für besonders fair.
Nun gehen bereits wieder die ersten Warnmeldungen hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Konjunktur ein. Das bedeutet mit anderen Worten, dass sich am Einkommen vieler Arbeitnehmer allein aufgrund des Drucks, der von Arbeitgeberseite weiterhin ausgeübt werden wird, nichts zum Positiven hin ändern dürfte. Diejenigen, die aufgrund irgendwelcher Flächentarifverträge partizipieren (gibt es die überhaupt noch im nennenswerten Umfange) werden immer weniger. Die Arbeitnehmer schwächen ihre Verhandlungspositionen letztlich sogar selbst. Zum einen, in dem sie ihre Organisation in Gewerkschaften in immer stärkerem Umfange aufgeben und zum anderen, weil sie nicht der Zersplitterung ihrer Gewerkschaften zugunsten egoistischer Einzelinteressen (s. Bahn) zuschauen und nichts dagegen unternehmen. Am Ende kann das die Gewerkschaften nur schwächen. Aber das interessiert im Augenblick wohl kaum noch jemanden. Jeder kämpft für sich allein. Ich schätze, dass ich mit dieser Sichtweise nicht alleine stehe. Das bedeutet allerdings leider nicht, dass man damit beginnen würde, umzudenken.
Warum interessiert eigentlich kaum jemanden die Frage:
Wie hoch war das Einkommen eines Normalverdieners in Bezug auf die Geldmenge M1/M2/M3
- im Jahr 1986?
- im Jahr 2007?