Rüttgers wirft Redenschreiber raus

Einer der Redenschreiber von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers musste seinen Hut nehmen, weil er unter einem Synonym einen “abfälligen” Artikel über den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger geschrieben hatte.

Ist doch schön, wenn man gute Freunde im Kollegenkreis hat, die einen so richtig prima aus dem Fenster hängen. Oder wie mag das wohl ans Licht der Sonnen gekommen sein?

Der Kernsatz war wohl:

„Wenn sich Günther Oettinger in die Bundespolitik einmischen will, interessiert das kaum jemanden“

Das ist ja wohl schlicht infam. Sowas über den Ministerpräsidenten des weltweit mindestens zweitbesten Bundeslandes zu behaupten, muss natürlich Repressalien nach sich ziehen. Für mich stellt sich die Frage, ob ein guter Redenschreiber, der für den einen oder anderen Politiker tätig ist, nicht auch seine Privatmeinung frei äußern darf. Und zwar auch dann, wenn er über einen Parteikollegen herzieht.

Was hat dieses Verhalten von Rüttgers aber natürlich auch von Oettinger, der angeblich mit Rüttgers aber darüber gar nicht geredet haben will, mit freier Meinungsäußerung zu tun? Richtig! Gar nix.

Handelsblatt: Rüttgers Redenschreiber macht Oettinger schlecht

Nachtrag: 17:38 h

Eben lese ich noch dazu:

Die CDU in Baden-Württemberg fordert NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers auf, seinen Redenschreiber zu entlassen. Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Landtag von Baden-Württemberg, Stefan Mappus, sagte der Rheinischen Post: „Wenn der Redenschreiber einer meiner Mitarbeiter wäre, dann wäre er nicht mehr an seinem Arbeitsplatz.“ Rüttgers’ Mitarbeiter hatte unter einem Pseudonym abwertende Artikel („schlecht informiert, schlecht beraten, schlecht vernetzt“) über den badenwürttembergischen Regierungschef Günther Oettinger (CDU) in einer Zeitung der dortigen Landesregierung veröffentlicht.