Lange hatte ich mich nicht mit unserem Ex-Bundeskanzler “konfrontiert”. Samstag Nacht war es dann aber soweit. Der WDR brachte, vielleicht aus Anlass des bevorstehenden Nationalfeiertages die “Kohl-Nacht”. Es war interessant, auch wenn im Mittelpunkt scheinbar das sehr diffizile Verhältnis zwischen Helmut Kohl und der Presse im Allgemeinen stand.

Am besten fand ich, wie ein Panorama-Reporter mehrmals (mindestens 3x) Kohl danach fragte, was er mit dem Geld getan habe, dass er vom damaligen Medien-Mogul Leo Kirch erhalten habe. Kohl antwortete wirklich jedesmal. Gut, antworten darf man das eigentlich nicht nennen. Er hätte den Mann wohl am liebsten gefressen. Eine der Antworten, die im Tenor ziemlich ähnlich waren, lautete sinngemäß:

«Das Geld brauchte ich, um Leuten wie Ihnen das Handwerk zu legen»

Er hielt ihm vor, kein Journalist zu sein, sondern ein “Abgesandter” von Erich Mielke. Panorama wolle eine andere Republik. Wir erinnern uns noch gut, wie Kohl wie von der Tarantel gestochen auf ein paar Demonstranten zu lief, die mit Eiern nach ihm geworfen haben. Mensch, das waren doch noch Zeiten. Für sowas wäre sich Herr Schröder doch zu schade gewesen. Obwohl, ich habe mal ein Interview eines Kölner Kabarettisten gesehen, der Schröder noch zu seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident interviewen wollte. Dieses Interview fand irgendwo auf einem Dachgarten statt und nach wenigen Sätzen, die die beiden miteinander ausgetauscht hatten, war der Gesprächsfaden sozusagen gerissen. Jedenfalls hat Schröder den Interviewer ohne viel Federlesen einfach des Feldes verwiesen. Ich habe mich köstlich darüber amüsiert, dass die Provokation so vorzüglich gelungen war und Schröder in dieser Situation sein wahres Gesicht gezeigt hat.

So ist das mit den Großkopferten. Nun kriegt Kohl zu Lebzeiten ein Denkmal und ist gerührt. Ob es auch bald eines für Schröder geben wird? Bestimmt. Es finden sich ja immer ein paar kreative Köpfe, die vor nichts zurück schrecken.


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