Bullerjahn hat doch Recht!

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So sehr ich gegen die Agenda 2010 war und bin, sie nun aus parteitaktischen Gründen, wenn auch nur teilweise "aufgeben" zu wollen, hilft der SPD in ihrem Stimmungstief wohl eher nicht weiter. Das sollten die Parteistrategen wissen – alle!

Dass sie sich nun innerhalb der engeren Führung der Partei dennoch über den in dieser Hinsicht richtigen Weg streiten, spricht Bände.

Nicht nur unter den potenziellen Wähler der Partei gibt es viele, die sowohl den einen als auch den anderen negativen Effekt dieses Beck’schen Vorstoßes mit zwei Begriffen assoziieren werden:

  • Umfaller
  • Opportunisten

Lange nachwirken wird das jedoch erfahrungsgemäß nicht. Die anderen Parteien haben schließlich mit anderen Themen ähnliche Glaubwürdigkeitsprobleme.

Jens Bullerjahn stellte fest, die Parteispitze verfüge offenbar über "kein Gesamtkonzept". Irre ich mich oder gehört Bullerjahn nicht zur Parteispitze (ich meine, noch ist er doch einer der stellvertretenden Vorsitzenden). 

Vielen Leuten wird es schnurzpiepe sein, von dem die Agenda einkassiert oder abgemildert wird. Hauptsache, das verhasste Teil wird korrigiert oder -noch besser- ganz abgeschafft. Nur wird genau das auf gar keinen Fall passieren. Es sei denn, die deutsche Linke besinnt sich und zieht wirklich an einem Strang. Es wird kurz oder lang dazu kommen, dass LINKE und SPD zusammenarbeiten, vielleicht sogar mit den GRÜNEN. Vielleicht sieht Beck auch das und bewegt sich deshalb in dieser riskanten Form. Zugeben würde er solche Perspektiven natürlich niemals.

Kölner Stadt-Anzeiger: SPD-Vize attackiert Kurt Beck

Kommentare

  1. Jochen Hoff meint:

    Bullerjahn geht auf Nummer sicher. Wenn er beim Zerfall der SPD in der CDU einen sicheren Platz haben will, muss er vehement gegen alle stimmen, was für die Menschen in diesem Land gut sein könnte.

    Vielleicht darf er auch bei Clement ein paar Minilöhner quälen, wenn er brav bei der Agenda bleibt.

    Bullerjahn ist SPD und damit so, oder so erledigt. Jeder sucht sich dort seinen Notausgan.

  2. apollon meint:

    Na, mal abwarten, ob sich die SPD wirklich auflöst oder ob es in dieser Partei nicht noch die Kraft gibt, sich auf die LINKE zuzubewegen.