Abmahnungen: Ich freue mich ja eigentlic...

Sarrazin - Interview der Woche - "Ich bleibe SPD-Mitglied bis an mein Lebensende" (4 days ago)

Abmahnungen: Ich freue mich ja eigentlich über jeden Besucher!

Ja, ich tue viel (seit 20.9. 101 Beiträge geschrieben!), damit möglichst viele Leute mein Blog besuchen und hier lesen, und noch lieber ist es mir, wenn viele Kommentare geschrieben werden. Selbst diese einfache, vielleicht etwas kokette Erkenntnis, ist allerdings spätestens seit einigen Tagen in Frage gestellt. Nach meinem “Gefühlsleben”-Beitrag erhielt ich Besuch von Frhr.v.Gravenreuth. Er kommentierte sehr sachlich. Ich antwortete ebenso, glaube ich.

Nachvollziehen konnte ich, dass er sich wohl sehr gründlich hier umgesehen hat. Und was geschieht? Mit mir, meine ich. Neue Sorgen, Unsicherheit, wieder Unwohlsein und einfach nur Schiss, dass bald wieder Post kommen könnte. Darf das denn wahr sein? Habe ich vielleicht Fehler gemacht bzw. irgendwas geschrieben, was man mir krumm nehmen könnte? Hat jemand einen Kommentar abgegeben, der vielleicht kritisch ist? Oh Gott. Nun fehlte nur noch, dass irgendwer einen Kommentar zu Frhr.v.Gravenreuth schreibt, der nicht in Ordnung ist. Also, schnell, zuerst einmal WordPress “mitteilen”, dass ich alle eingehenden Kommentare zuerst freigeben muss, damit erst nach meiner “Kontrolle” angezeigt werden. Und dann vielleicht zusätzlich noch ein Papperl basteln, damit trotzdem noch ein paar Kommentare zu diesem (für mich) wichtigen Artikel geschrieben werden? Gut, genutzt hat das (Papperl) nicht viel. Irgendwie gab es entweder, was ich vermute, kein allzu starkes Interesse an meinem “Fall” oder, was ja auch sein könnte, die unmittelbare Nähe zu den Kommentaren des Frhr.v.Gravenreuth wirkte irgendwie uneinladend.

Wie auch immer: Ich muss feststellen, dass ich mich schon arg verändert habe. Eigentlich bin war ich keiner, der ein Blatt vor den Mund nimmt. Was macht das Internet aus uns mir? Ist es wirklich ein Element der Demokratie, wie viele meinen, oder ist es nicht viel eher das genaue Gegenteil?

Horst Schulte - 2004 hab ich mir gedacht, ich versuche es auch mal mit dem Bloggen. Ziemlich schnell hat sich daraus ein richtiges Hobby mit einigem Engagement entwickelt. Die Themen, die mich besonders interessieren, sind Politik, Gesellschaft, Medien und Musik. Ich begrüße dich herzlich hier im Querblog und würde mich sehr freuen, wenn du mir deine Meinung zu dem einen oder anderen Artikel durch deinen Kommentar mitteilen würdest. Herzlichen Dank und viel Spaß.


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4 Kommentare


  1. hans
    Okt 09, 2007
    1

    ich glaube, wenn ich diese unerfreulichen dinge, die du in den vergangenen wochen und monaten erlebt hast, mitgemacht hätte, würde ich jetzt auch jedes wort auf die goldwaage legen.

    das problem besteht ja darin, dass einem wirklich jeder etwas anhaben kann, der schlechte gedanken hegt. das internet ist nun einmal ein öffentliches medium. Ich denke, es ist an der zeit, einmal die rechtssprechung in solchen fällen gründlich zu überdenken.

    jeder der eine oder mehrere seiten im netz stehen hat, jeder forenbetreiber der dies mehr oder weniger aus spass an der freude macht, steht ja im moment mit einem bein vor dem richter. bleibt wirklich nur zu hoffen, dass sich dieser zustand möglichst bald einmal entspannt. sonst wird es in naher zukunft nicht mehr allzu viele blogs im internet geben.

    ich hoffe, das du durchhaltevermögen zeigst und trotz dieser ganzen unannehmlichkeiten den spass am bloggen nicht verlierst. auch wenn das wahrscheinlich leichter geschrieben als durchzuführen ist…


  2. apollon
    Okt 10, 2007
    2

    @Hans: Es wäre schön, wenn die Lage sich in dieser Beziehung ändern würde. Man könnte das Urheberrecht bestimmt auch schützen, in dem man andere Möglichkeiten nutzt. Die erstrecken sich über technische Mittel, die offenbar in den vorliegenden Fällen erst überhaupt nicht in Betracht gezogen wurden und natürlich bis zu juristischen. Aber muss man wirklich mit Kanonen auf Spatzen schießen?

    Man mag mir das nun glauben oder auch nicht: Ich hätte jemandem, der ein Foto von mir benutzt, erst einmal eine E-Mail geschickt und darum gebeten, dass er es bis zu …. vom Netz nimmt. Danach kann man immer noch drastischere Mittel wählen. Der andere Weg wurde jedoch damit begründet, dass man es zunächst anders versucht und damit keinen Erfolg gehabt habe. Im Übrigen dürfte die radikale Methode der Abmahnung ja wohl auch einträglicher sein.


  3. Silberling
    Okt 10, 2007
    3

    Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen. Eine .de Domain+Website und eine E-Mail bei einem deutschen Hoster ist eine Aufforderung zum Abmahnen. Weg mit der Internetseite aus Deutschland, ausländischer Hoster mit Whois-Protect (inkl. Fantasienamen). Es ist schön das du öffentlich deine Meinung äußerst, aber leider auch teuer. Ach ja, und darauf hoffen, das die Politiker was ändern werden, ist ja wohl blauäugig. 75% unsere Politiker haben als Beruf …….
    na na, genau Jurist! Merkste wat? Die Meinungsfreiheit wird in Deutschland mit dem Mittel der Abmahnung unterdrückt! Oder was glaubst du warum mein-parteibuch.com jetzt anonym und im Ausland gehostet wird!!!!!!! Zu dem abgeurteilten Herrn G. werde ich mich hier nicht äußern, aus Rücksicht auf deinem Blog.
    Wartet erstmal den 01.01.2008 ab, die Abmahnwellen werden uns nur so überrollen. Die haben dann 6 Monate Zeit, die IP zu erfragen, mehr Geld können die gar nicht verdienen. Frau Zypries hat gerade die Einsicht in die Klage gegen die Vorratsdatenspeicherung vor der EU verwehrt! Warum wohl? Übrigens das Vorhaben der Frau Zypries, Deckelung der ersten Abmahnung auf 50€, jährt sich die Tage bald. Schau dir mal den Beitrag (Werbesendung der Musikindustrie) auf Planetopie an. Dann weisste wieviel Geld die verdienen. Übrigens wird hier verschwiegen das der Herr Rasch als RAe alleiniger Gesellschafter seine proMedia ist. Und den Richtervorbehalt wollen die auch noch kippen, dann lässt sich nämlich noch leichter Geld verdienen.

    Wer diese Zeichen der Zeit nicht erkennt, kann einem nur noch leid tun!


  4. tobe
    Okt 17, 2007
    4

    deine worte geben zu denken. vielleicht habe ich mich in meiner rechtlichen auseinandersetzung, die ja in einer klage endete, einfach nur angemessener verhalten. vielleicht habe ich aber auch einfach noch nicht genug besucher, als dass sich jmd ernsthaft um mich, meine worte oder die kommentare meines blogs scheren könnte… jedenfalls kann ich mich zu keinem zeitpunkt soweit sehen, dass ich mich von dreckigen sandkastenspielchen mancher rechtsverdreher in die ecke drängen ließe.

    und ich glaube darin liegt die kunst: zu erkennen wie es mit der sog. meinungsfreiheit in deutschland wirklich steht und dennoch nicht zurückzuweichen – denn gibt es einen anderen weg, mit dem sich etwas ändern ließe?

    VG tobe
    ,fünffach abgemahnt und dann wegen resten einer meinungsäußerung auf unlauteren wettbewerb verklagt – the story continues…

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