Inkompetenz: Über 1/2 Jahr für eine Aussage

Endlich, nach über 1/2 Jahr, liegt die Aussage der 13jährigen Britin dem Gericht in Antalya vor. Marco W. hat wohl schlechte Karten und wird womöglich wesentlich länger im Gefängnis bleiben, als die 192 Tage, die er nun schon in türkischer Untersuchungshaft zubringt.

“Die” Presse greift den Stand des “Verfahrens” offenbar erneut auf. Jedenfalls liest man, habe ich den Eindruck wieder ein wenig mehr über diesen Fall. Sein Verlauf belegt, wie inkompetent sich die türkische Justiz in diesem Fall erwiesen hat. Dass die Süddeutsche jetzt so tut, als hätten sich alle möglichen Instanzen, inklusive sie selbst, in Zurückhaltung geübt, ist ja wohl so etwas von daneben.

Wir erinnern uns doch noch gut daran, wie die Wellen unmittelbar nach Bekanntwerden dieses Falles hochschlugen. Wie Politiker sich, wie man es im Nachhinein wohl sehen sollte, bestimmt eher zu Ungunsten des Jungen profiliert haben, neben dran in innigster Eintracht und unvermeidlicher Weise Teile unserer Presse.

Der türkischen Justiz soll nicht der Vorwand geliefert werden, sie stehe unter Druck. Das Biest darf nicht gereizt werden, es könnte sonst wütend werden.

Diese Formulierung (der 2. Satz zumal) wäre der BILD-Zeitung “würdig”. Sie stammt aus dem heutigen Kommentar der Süddeutschen Zeitung!

Vielleicht wäre es eine schöne Geste unserer türkischen Landsleute, wenn sie sich in diesem besonderen Fall und angesichts der Umstände, die diesen Fall auszeichnen, in ihrem Heimatland für eine humane und vor allem schnelle Erledigung dieses skandalösen Justizvorfalles einsetzen würden. Nur so ein Gedanke.