Thierses Definition seines “Fehlers”

Herr Thierse hat angeblich zu seinem sturmauslösenden Zitat folgendes richtig gestellt:

Mir ist ein Fehler unterlaufen — nicht in dem, was ich gesagt habe, sondern dass ich ein Interview nicht autorisiert habe

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger

Mit anderen Worten: Die Presse ist schuld. Sie hat Aussagen von mir veröffentlicht, die ich zwar gemacht habe, zu denen ich öffentlich aber nicht stehen möchte (kann). Und dieser Mann wirkt doch immer so (und er hat auch selbst viel dafür getan), als sei er die personifizierte Moralinstanz.

Er muss jetzt zurücktreten. So geht das nicht!

KStA: KOMMENTAR: Scheinmoral

Kommentare

  1. Christian meint:

    Thierse ist immerhin Bundestags-Fizepräsident. Wie kann so ein Mensch Aussagen machen, zu denen er nicht stehen kann oder will? Was soll überhaupt eine Aussage sein, zu der man nicht steht? Damit gibt man ja selbst zu, dass man Blödsinn geredet hat.
    Also hat Herr Thierse jetzt ja eingestanden, dass seine Aussage über Helmut Kohl Schwachsinn war. Es ist nur ziemlich traurig, dass er das dann nicht offen sagen kann. Man muss es zwischen den Zeilen lesen. Und das bei einem Mann, der für sich in Anspruch nimmt, ein wichtiges Amt zu bekleiden.
    Er sollte wirklich darüber nachdenken, sein Amt zur Verfügung zu stellen und sich in Zukunft mehr seinen privaten Angelegenheiten zu widmen. Dann müssen wir uns wenigstens keine Gedanken mehr über seine Aussagen machen.

    PS: Wie kommt Herr Thierse überhaupt dazu, über Helmut Kohls Privatangelegenheiten zu urteilen?

  2. Schulte meint:

    Es ist wirklich schwer zu begreifen, wie einem Mann, der so hohe Ansprüche an andere und an sich gestellt hat, so etwas passieren kann. Einen Fehler darf man machen. Aber dann muss man auch dazu stehen. Und das scheint Herr Thierse gerade nicht vorzuhaben. Er scheint, die Sache sei damit erledigt. Ich glaube, er irrt.