Schröder lässt Lobby-Control abmahnen

Gewählt will er wohl nicht mehr werden. Jedenfalls tut er was dafür, seine “Beliebtheit” weiter zu reduzieren. Um es mal ganz vorsichtig auszudrücken. Schröder ließ jetzt Lobby-Control abmahnen, weil in einem Bericht davon die Rede war, dass Schröder als Berater der chinesischen Regierung tätig wäre. Diese “Information” hatten die Leute von Lobby-Control einem Spiegel-Bericht genommen.

Das Absurde daran ist, dass wir Schröder im Vorfeld der Studie angefragt hatten, welche Berater-Tätigkeiten er ausübt. In der Anfrage war die vermeintliche Beratertätigkeit für das chinesische Außenministerium explizit erwähnt. Schröder ließ damals über sein Büro mitteilen, er erteile keine Auskünfte zu seinen „privaten Tätigkeiten“. Er hätte diesen Punkt also einfach im Vorfeld klären können, verweigerte jedoch jegliche Angabe – um danach mit dem Anwalt zu drohen, der dafür 1200 Euro Abmahngebühren fordert (die wir nicht zahlen wollen…).
LobbyControl

Man sollte keinem Pressebericht unterstellen, dass er wahr ist. Aus dieser Sicht hätten die Leute von Lobby-Control, denke ich, vorsichtiger handeln müssen.

Mir hat mal ein Anwalt erklärt, weshalb das Mittel der Abmahnung eigentlich sogar im Interesse des Abgemahnten wäre. Die Kosten, die durch eine sofortige Klage mit folgendem Prozess entstünden, wären so nicht ganz so hoch. Man kann dieses System allerdings auch anderes beschreiben.

Update: Gerade sehe ich, dass nur 3 ganze Blogs (inkl. diesem) überhaupt über diesen Fall berichten. Das ist doch wieder typisch für die deutsche Blogsphäre. Da dreht sich buchstäblich alles nur um sich selbst.