Zufällig sah ich ein Interview bei Bayern Alpha, das 1977 mit Fritz Eckhardt im österreichischen Fernsehen aufgezeichnet wurde. Er verstarb im Jahr 1995 und viele werden nicht einmal mehr ein Gesicht vor Augen haben, wenn sie diesen Namen hören. Das betrübt mich auch deshalb, weil auch ich, vor dem Fernsehen sitzend, im ersten Moment nicht einmal mehr auf seinen Namen kam. Dabei war er ein sehr präsenter Schauspieler. Seine gemütliche und gutmütige Art hat mir schon als Junge sehr gefallen. Außerdem war er in vielen Rollen wirklich witzig. Einzig den Tatort-Kommissar Marek, den er ebenfalls über Jahre gespielt hat, habe ich nicht so gut in Erinnerung. Ganz schön langweilig waren diese Krimis aus Österreich. Viel besser sind die heutigen allerdings auch nicht – jedenfalls meiner Meinung nach.
Eckhardt hat ganz schön viel gearbeitet. Das erkennt man auch an der sicher nicht mal halbwegs vollständigen Liste seiner Projekte.
Im Who’s who lesen wir folgendes über ihn:
Der österreichische Schauspieler, Autor, Regisseur und Kabarettist wirkte während seiner Karriere in über 100 Filmen mit und verfasste mehr als doppelt so viele Drehbücher. Seinen Durchbruch feierte er mit der Serie “Hallo – Hotel Sacher… Portier!”. Während des Zweiten Weltkrieges schrieb Fritz Eckhardt anonym Stücke für das “Wiener Werkel”, dem einzigen Kabarett Wiens in der Zeit des NS-Regimes. Zu einem seiner erfolgreichste Filme wurde “Wenn der Vater mit dem Sohne…” mit Heinz Rühmann aus dem Jahr 1955. Zum Publikumsliebling wurde er durch seine Verkörperung des “Tatort”- Inspektors Marek…
Schade, fast hätte ich kein Foto gefunden. In der Google – Bildersuche finden sich nicht mal eine Handvoll. Von den heutigen Stars und Sternchen bzw. von denen, die man unter diesem Begriff führt, finden sich Unmengen und von anderen kaum etwas. 1995 hatte das Internets halt noch längst nicht die Bedeutung, die es heute hat.
Es erfüllt mich mit etwas Wehmut, wenn man sieht, dass selbst in ihrer Zeit sehr populäre, ja bedeutende Künstler, in der heutigen Zeit fast vergessen sind und man nur durch ein besonderes Datum vielleicht auf einem virtuellen Kalenderblatt oder über die Medien an sie erinnert wird.
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Interessant ist auch, daß der ORF Eckhardts 100. in keiner Wiese gewürdigt hat. Im Programm der letzten Woche konnte ich zumindest nichts Nenneswertes finden…
Angesichts der Präsenz und Beliebtheit bis in die 80er Jahre hinein ist das fast scheon eine Unverschämtheit.
Seine Tatorte (an die ich mich hauptsächlich erinnere) waren eher gemütliche Krimikomödien (die u.a. von “Kottan ermittelt” durch den Kakao gezogen wurden. Im Nachhinein sind sie wunderbare Zeitdokumente.
Schade, dass manche Künstler einfach vergessen werden. Und das, obwohl, wie du richtig schreibst, er doch über eine lange Zeit wirklich ständig präsent gewesen ist und beliebt, wie ich hinzufügen möchte. Das ist ja in der heutigen Zeit zumindest leider durchaus nicht immer der Fall.
Vielleicht liegt es daran, daß sich Fritz Eckhardt Mitte der 80er Jahre mit dem ORF überworfen hat?
Ja, Eckhardt war ein streitbarer Geist. Im Interview, das ich erwähnt habe, schien es, als wäre er in Deutschland beliebter als in Österreich gewesen.