Die Fernsehsender sind bald durch (heute folgt noch “Bilder eines Jahres” im ZDF, 19:15 Uhr) mit ihren Jahresrückblicken – soweit ich das verfolgt habe. Nun also mein kurzer persönlicher Jahresrückblick.
Angefangen hat dieses Jahr mit einer bedeutenden beruflichen Veränderung. Meine Stelle als Vertriebsinnendienstleiter hatte ich verloren und suchte seit Mitte November 2006 eine neue Aufgabe — wie man so sagt. Nicht nur Leute, die über 50 Jahre alt sind, können sich vorstellen, mit welchen Sorgen und Zukunftsängsten das verbunden ist. Ich hatte sehr großes Glück. Einer meiner früheren Chefs, mit dem ich immer noch Kontakt hatte, half mir, und ich bekam zum 1. März eine neue Stelle. Im Grunde bin ich “heimgekehrt”. Ich war bei einer Tochterunternehmung des Konzerns schon einmal fast 10 Jahre tätig – ebenfalls als Innendienstleiter. Nun arbeite ich als “Sales Analyst” in der Konzernzentrale. Das sind jetzt auch schon wieder 10 Monate. Das Aufgabengebiet ist interessant und abwechslungsreich. Da meine früheren Tätigkeiten den Bereich des Reportings und weitere Anforderungen einschloss, hatte ich keine Schwierigkeiten, mich einzuarbeiten. Was meiner Frau und mir allerdings bisher noch schwer fällt ist die Tatsache, dass ich die Woche über kaum zu Hause bin. Eigentlich nur am Wochenende. Die Entfernung zu meiner Arbeitsstelle ist mit 150 km einfach zu groß, um täglich zu pendeln. Die Spritpreisentwicklung hat darüber hinaus natürlich ebenso ihren Anteil daran, dass ich lieber dort übernachte. Wie gesagt, daran muss man sich erst einmal gewöhnen, und dich kann diejenigen, die in dieser Beziehung privilegiert (die “Heimschläfer”) sind, nur auffordern, sich dieses Vorteils zumindest ab und zu auch mal bewusst zu sein.
Da der Job schon einen ganz wesentlichen Teil meines Lebens ausmacht und bisher auch immer ausgemacht hat war diese Zäsur für mich schon das einschneidenste Ereignis des Jahres 2007. In kultureller Hinsicht haben meine Frau und ich reichlich wenig gemacht. Wenig Kino, wenige Konzerte. Die Wochenenden verbringen wir lieber nur mit uns oder mit unseren Familien. Auch die Freunde kommen zu kurz. Zwei tolle Konzerte haben wir in diesem Jahr allerdings erlebt. Beide fanden in der Kölner Philharmonie statt. Eines war Anfang Januar, das andere im März. Im Januar waren Randy Crawford und Joe Sample dort und im März kam es zu einem ebenso tollen Konzertereignis, als der Trompeter
Neben der schon erwähnten Jobsuche hatten wir weitere Aufreger, die nicht spurlos an uns vorüber gegangen sind. Neben den Auswirkungen auf unsere Sparbüchse haben sie mich ehrlich gesagt schon ziemlich verstört. Ich habe wirklich viel darüber geschrieben und mich trotz meiner emotionalen Betroffenheit immer um Sachlichkeit bemüht (auch wenn die Gegenseite das völlig anders empfunden hat). Es ging um die beiden Abmahnungen, die ich im Januar und September dieses Jahres wegen zweier Urheberrechtsverletzungen erhalten habe. Zudem bekam ich noch die ebenfalls häufiger erwähnte Einstweilige Verfügung gegen die ich mich unbedingt zur Wehr setzen sollte. Auch erfolglos. Alles in allem hat das viel Geld gekostet. Viel zu viel Geld wie ich nach wie vor finde. Außerdem habe ich meinen heißgeliebten Blog “Finger.Zeig.net” geschlossen, weil ich nicht davon überzeugt sein konnte, dass in seinem großen Artikelfundus nicht doch noch die eine oder andere Abmahnmine “gelegen” haben könnte. Aber das interessiert im Grund kaum jemanden und so neige ich inzwischen der Empfehlung meiner Frau zu, die mir quasi als neues Lebensmotto nahelegt, mich weniger um andere und mehr um meine eigenen Interessen zu kümmern. Ich kann ihr in dieser Beziehung nicht widersprechen. Auch in meinem beruflichen Leben habe ich es immer so gehalten, dass ich mich vor meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gestellt habe. Ohne Bedingungen. Nur, weil ich das für meine Pflicht hielt. Es hat sich, so muss ich es leider heute feststellen, als wenig erfolgreich erwiesen. Wenn es jemals so etwas wie einen Zusammenhalt zwischen Menschen, auch im Berufsleben, gegeben haben sollte, so ist dieser längst aufgebraucht. Er hat sich verflüchtigt. Jeder ist (im schlechtesten Sinne) nur sich selbst gegenüber verpflichtet. Ihr merkt vielleicht, dass ich mich schwer damit tue, dem Rat meiner Frau zu folgen. Aber sie hat wohl trotzdem Recht.
Übrigens ist der Mann, von dem ich eingangs sprach und der mir geholfen hat, wider Erwarten, schnell wieder eine Anstellung zu finden, inzwischen selbst entlassen worden. Meine unbedingte Loyalität hat nix genutzt. Das ist Anfang dieses Monats passiert. Kein gutes Jahr also — so alles in allem. Eine schöne Nachricht habe ich aber am Ende dann doch noch. Meine Nichte hat gerade ihre Abiturprüfung mit “GUT” bestanden. Darüber haben meine Frau und ich uns wirklich wahnsinnig gefreut.
Flickr: Was jetzt? CC oder Lizenzierung durch Getty-Images?








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