Koch: Nicht attackieren, unterstützen sollte ihn der gestrige Appell

Koch sollte also gar nicht attackiert werden. Schade, er hätte es verdient gehabt, auch Kritik aus denen eigenen Reihen zu ernten. Das wäre ein gutes Zeichen für unsere Demokratie gewesen. Finde ich jedenfalls.

Stattdessen rudern die 17 Briefschreiber nun teilweise zurück. Wir haben den Inhalt des Briefes nur falsch verstanden. Er sollte nach dem Bekunden einige Unterzeichner eher wie ein Katalysator für Kochs Botschaften wirken. Wie schnell man doch missverstanden wird.

Aber immerhin. Die CDU hat erkannt, «dass Deutschland de facto ein Einwanderungsland ist». Die beste Prävention gegen Jugendgewalt sei «Bildung, individuelle Förderung und die Eingliederung der Eltern». Ist doch auch schon was, wo genau das ja bis vor Kurzem von einigen in der Union noch bestritten worden ist.


Kommentare

  1. sundancer meint:

    so langsam wird es für die CDU peinlich…
    Aber mehr wert auf Bildung und individuelle Förderung zu legen, ist schon mal ein Schritt zum positiven da hast du recht.

  2. Schulte meint:

    Da wirklich. Sie sollten sich der Sache widmen und nicht den Fehlern des Wahlkampfes nachhängen.

  3. Nach den Wahlen zum Hessischen Landtag herrscht in der CDU offensichtlich Stimmung wie auf dem Hühnerhof. Der aggressive Wahlkampfstil von Ministerpräsident Roland Koch und seine maßlosen Extremforderungen im Bereich Jugendkriminalität haben zu verheerenden Stimmenverlusten für die Union geführt. In der CDU, nicht zuletzt auch bei den Parteifreunden in Hamburg, wo am 24. Februar Bürgerschaftswahlen anstehen, macht sich nun erhebliche Unruhe breit. Was aber war nun der Fehler von Roland Koch – die verlorene Landtagswahl oder die Instrumentalisierung des Themas »Integration« für seinen Wahlkampf? Der Kampf um die politische Mitte in Deutschland wird von der CDU offensichtlich als »brutalstmöglicher Eiertanz« geführt …

    Weiterlesen: Publik-Forum-Blog

  4. Mario H. meint:

    Zuerst warten sie das Ende der Wahl ab, dann distanzieren sie sich ein klein bisschen, dann nehmen die das wieder zurück. Haben offenbar Angst vor der eigenen Courage…
    Letztendlich ist klar, was das bedeuten soll: die wollen nicht die Wähler so abschrecken, wie Koch es getan hat, aber auch nicht die rechtskonservativen und -fastextremen verlierden, die Koch gewählt haben. Politiker halt, pure Oppertunisten… wi-der-lich!

  5. Schulte meint:

    Ich fände es richtig, wenn man sich nun diesem Thema widmen würde. Der Wahlkampf ist nun vorbei. Wenn das nicht passiert, was zu befürchten ist, haben 1. alle Recht gehabt, die Koch blanken Populismus vorgeworfen haben und 2. das Problem wird wieder nicht angepackt. Sollte es aber.