John McCain

09.02.2008 · 3 Kommentare · 34 LESER · Drucken

Die Vita des John McCain ist beeindruckend. Der Kölner Stadt-Anzeiger gibt dem Portrait über den amerikanischen Politiker den Namen “Ein Mann mit unbeugsamem Willen“.

Ehrungen und Auszeichnungen

2006 Friedensplakette der Münchner Konferenz für Sicherheitspolitik
Silver Star
Bronze Star
Distinguished Flying Cross
Legion of Merit
Purple Heart

Allein sein letztes Statement zum Irak-Krieg, den er um jeden Preis gewinnen will, wäre für mich der entscheidende Grund, ihm meine Stimme zu verweigern! McCain vertritt die Meinung, die Amerikaner müssten, falls erforderlich, die nächsten 100 Jahre im Irak bleiben.

Für die einen mag das konsequent und richtig klingen, für mich klingt es danach, als wolle John McCain nicht begreifen, was eigentlich seit dem Einmarsch der Alliierten im Irak passiert ist. Diesen Krieg wird niemand gewinnen. Schon gar nicht die Menschen, die in diesem Land leben. Es wird weiter viele Opfer geben. Und ich finde nicht, dass die Amerikaner daran schuldlos sind.

An dieser Stelle folgt nun die Frage des wahren USA-Freundes, welche Alternativen denn zum Einmarsch bestanden hätten. Ganz einfach. Hätte die amerikanische Regierung die Öffentlichkeit nicht so dreist und unverschämt angelogen, wäre den Menschen dort viel Kummer und Elend erspart worden und Al Kaida wäre kein Areal für ihre schreckliche “Mission” quasi erschlossen worden.

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{ 3 Kommentare }

1 Thomas 09.02.2008 um 14:56 Reply to this comment

Ich glaube nicht, dass McCain mit den 100 Jahren wörtlich gemeint hat. Und in gewisser Weise hat er mit dieser Aussage doch Recht. Ein sofortiger Abzug wie ihn die anderen Kandidaten versprechen ist ja nur machbar wenn man nach dem Motto vorgeht “Nach uns die Sintflut”. Also ob nach einem Rückzug der Amerikaner plötzlich Friede, Freude, Eierkuchen im Irak herrschen würde. Die Lage im Irak, auch wenn das kaum wahrgenommen wird, hat sich gebessert, wenn man sie auch immer noch als schlecht bis katastrophal bezeichnen könnte. Ein Rückzug der Amerikaner hätte eher ein Abschlachten der diversen Machtgruppen zur Folge, bis die am Ende als Gewinner Dastehenden dann die Bevölkerung unterdrücken können.

Ist Obama also wirklich besser, der das von den Amerikanern angerichtete Desaster nicht von Amerikanern aufräumen lassen will? Nach dem Motto, wir haben euch das Chaos gebracht, die Lage sieht blöd für uns alle aus, aber wir können ja nach Hause gehen und ihr findet mal schön eine Lösung. Das McCain stattdessen zur Verantwortung der USA steht, gibt ihm von mir eher einen Pluspunkt!

2 Schulte 09.02.2008 um 15:07 Reply to this comment

Ein sofortiger Rückzug wäre vielleicht keine gute Lösung. Nur — war der Abzug aus Vietnam damals eine solche? Irgendwann – und sei es durch einen Regierungswechsel – werden sich die Amerikaner zurückziehen. Das könnte zügig passieren. Dann würde das eintreten, was du beschriebst und natürlich kann es sein, dass die Folgen für den Irak schlimm wären. Vielleicht würde dann endgültig ein Bürgerkrieg stattfinden.

Dass McCain zur Verantwortung der USA steht ist gut. Aber ich hätte es lieber, er würde mal eine wirkliche Strategie über das weitere Vorgehen im Irak und auch in Afghanistan vortragen. Oder hast du den Eindruck, dass die bloße Präsenz der Alliierten in diesen Ländern am Ende den Erfolg bringen wird, den sich manche davon auch heute noch versprechen? Ich glaube, dass diese Kriege einfach nicht zu gewinnen sind.

3 Thomas 09.02.2008 um 15:35 Reply to this comment

McCain war zwar von Anfang an für den Irak-Krieg, er hat aber ebenso lange die Art und Weise der Regierung Bush kritisiert. Insofern hat er ja eine Strategie, und wer weiß, hätte sich Rumsfeld damals nicht mit seiner “So gut wie keine Soldaten, aber so viel wie möglich private Sicherheitsfirmen”-Strategie durchgesetzt, vielleicht wäre die Lage im Irak heute besser. Eben dieses Vorgehen hat McCain auch als falsch bezeichnet.

Ob solche Kriege zu gewinnen sind? Ich weiß es nicht. Heute vielleicht nicht mehr. Es braucht aber auch Mut, Zeit und Geduld das herauszufinden, so etwas war nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland möglich, heute im medial überwachten Irak eben nicht mehr. Das die Deutschen damals die Amerikaner als Schokoladen verschenkende Befreier begrüßt haben, ist ja auch nur eine schöne Legende – auch wenn die Lage natürlich nur äußerst begrenzt vergleichbar ist.

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