Moralische Kategorien haben in der Betrachtung und Bewertung wirtschaftlicher Entscheidungen nach der Meinung mancher nichts zu suchen. Zuletzt habe ich das einige Male während der Diskussion um die Nokia – Entscheidung in Bochum gehört. Mir fällt es schwer, diesem Gedanken zu folgen. Schließlich sind von diesen Entscheidungen sehr viele Menschen existenziell betroffen.
Einige haben Herrn Klaus Zumwinkel auf ein Podest gestellt, weil er sich für den Mindestlohn im Postgewerbe stark gemacht hat. Dass es ihm dabei wohl weniger um seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern im Wesentlichen darum ging, sich die Konkurrenz von der Pelle zu halten, habe viele erst relativ spät anerkannt.
Heute wurde bekannt, dass Zumwinkel in den letzten 20 Jahren seine Steuererklärungen nicht ganz ordnungsgemäß gemacht haben soll. Umfangreiche Durchsuchungen fanden statt, sowohl in der Bonner Zentrale der Post als auch im Privathaus Zumwinkels in Köln-Mariendorf. Es ist sogar die Rede davon, dass er wegen möglicher Verdunklungsgefahr in Haft genommen werden könnte.
Zumwinkel hätte seinen Wohnsitz nach Zürich verlegen sollen oder an einen anderen Ort, wo ihm der deutsche Staat nicht in unerwünschtem Maße in seine Privatschatulle greifen kann. Es gibt ja genügend Deutsche, die das seit langer Zeit so handhaben und so richtig hat sich darüber ja eigentlich keiner aufgeregt.
Irgendetwas ist faul im deutschen Staat. Aber wie eingangs festgestellt, wollen wir nicht über moralische Kategorien in der Wirtschaft philosophieren. Das wäre Zeitverschwendung.
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