Koch und sein FDP-Spezi Hahn führen sich angesichts des Rückzuges von Frau Ypsilanti auf wie Antidemokraten. Dabei haben sie überhaupt keinen Grund, sich über das gescheiterte Vorhaben der SPD-Spitzenkandidaten in Hessen in dieser herablassenden Art und Weise zu äußern. Herr Hahn hat sich mit seiner vorgeblichen Standfestigkeit um die Übernahme von politischer Verantwortung erfolgreich herumgedrückt. Aber das kennen wir ja nicht anders von dieser Partei. Deshalb werde viele wohl auch nichts anderes von ihr erwartet haben.

Gebt den Hessen also ihren Ministerpräsidenten Roland Koch oder, was wohl wahrscheinlicher sein dürfte, macht Neuwahlen. Und dann bewerten mal all diejenigen, die sich ach so sehr über gebrochene Wahlversprechen ausgelassen haben, welchen Schaden unsere Demokratie danach genommen hat. Allein die Wahlbeteiligung wird im Falle von Neuwahlen schon ein Gradmesser dafür sein.

Vielleicht wäre es schon unter diesem Gesichtspunkt am Ende doch besser gewesen, grunddemokratische Vorgänge (nämlich die Suche nach möglichen Koalitionen) nicht als Wortbruch zu diffamieren, so wie es vor allem die konservative Presse in unserem Land in so unverantwortlicher Art und Weise getan hat.


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