Von der ARD-Produktion “Teufelsbraten” habe ich mir nur ca. die letzte 1/2 Stunde angesehen. Der hochgelobte Film, zu dem ich einige Interviews und Ausschnitte im Vorfeld mitbekommen hatte, sprach mich nicht an, obwohl ganz vorzügliche Schauspielerinnen und Schauspieler am Werk waren.
Tochter eines ungelernten Fabrikarbeiters und einer Putzfrau, nur weil sie mit ihrem unbeugsamen Willen, lesen und schreiben zu lernen, bei ihren kölsch sprechenden Eltern und ihrer Großmutter auf gewaltige Abwehr stößt.
Entdecke ich in diesem Ankündigungstext der Bavaria nicht etwas ziemlich boshaftes? Sind nicht allein in diesem Satz Vorurteile enthalten, dass es nur so scheppert? „Ungelernter Fabrikarbeiter, Putzfrau, kölsch sprechende Eltern…”
Meine Frau und ich stammen beide aus Arbeiterfamilien. Der Film spielte ungefähr in der Zeit, in der wir auch unsere Kindheit und Jugend verbracht haben. Und unsere Eltern sprachen Kölsch. “Richtiges” Hochdeutsch sprechen deshalb weder meine Frau noch ich. Hochdeutsch mit Knubbeln würde man bei uns sagen. Aber wir hatten keine triste und traurige Kindheit oder wurden von unseren Vätern daran gehindert, eine vernünftige Ausbildung zu machen. Ganz im Gegenteil sogar. Wir beide und auch unsere Geschwister hatten eine schöne, glückliche und behütete Kindheit. Unsere Eltern haben alles für uns getan, was ihnen möglich war.
Solche Filme mag ich nicht. Sie sind düster und speziell dieser Film sollte wohl einen Eindruck davon vermitteln, wie furchtbar ungerecht, traurig und grau das Leben für Kinder aus einfachen Verhältnissen in dieser Zeit war. So ein Scheiß!
Besser hätte ich es übrigens gefunden, wenn man über die 2 Mio. Kinder, die heute per Definition in Armut leben, einen Film gemacht hätte oder mal in einer Reportage darstellen würde, wie ungerecht unser Bildungssystem heute ist. Nicht alles war früher besser. Sicher. Aber es war nicht so trist und grau, wie es im Film dargestellt worden ist.












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