Dem geb ich’s aber jetzt

Mit solchen Gefühlen, stelle ich mir vor, ist Pop-Feuilleton-Schreiber Eric Pfeil von der FAZ zur Köln-Arena gereist, um seine fiebrigen Tagträume wenig später in die Tat umzusetzen. Hier ein paar Auszüge seiner Kritik des James Blunt – Konzertes in Kölle:

Triefäugig und penetrant

Was soll man sagen? Es ist gleich alles da: die triefäugige Art, der Gefühligkeit vortäuschende, penetrant eingesetzte Kopfstimmen-Gesang und dieser bedrohlich schlichte Poprock, gegen den Musiker wie Coldplay, Keane oder Travis, ja sogar die gruselige Ranschmeiß-Band Reamonn wie avantgardistische Klangskulpteure anmuten. „Me and my guitar play my way / It makes them frown“, singt Blunt, und man wünscht sich, er würde es einem nicht so einfach machen, ihn kläglich zu finden.

Das Genöle geht genau in diesem Stil weiter. Auch die Zuschauer kriegen ihr Fett weg:

[...]Schließlich wollte man doch daheim im Kreise seiner distinktionssüchtigen Bekannten ein differenzierteres Bild des sensiblen Songwriters zeichnen, statt weiter auf ein einfaches Opfer einzuprügeln. Vielleicht einfach mal warten, bis er sich freigespielt hat. [...]

Die Kölnarena, sonst ein Ort, an dem sich vor dem Konzert kollektiv in Stimmung geklatscht wird

Schon länger habe ich einen so bösartigen Verriss über ein Konzert nicht mehr gelesen. Das mag aber auch daran liegen, dass ich Kritiken generell eher meide. Ein ausgesprochener Freud der Musik James Blunts bin ich nicht. Aber natürlich keine ich eine Reihe seiner Stücke. Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass das Konzert wirklich so schlecht gewesen sein soll.

Der Mann hatte einfach keinen Bock, sich dieses Konzert reinzuziehen und seine Rache war fürchterlich. Dass sowas auch FAZ – Feuilletonisten passiert… Tststs.

Wie lesen wir dann auch Folgerichtigung im Newsticker von Welt.de? “James Blunt begeistert die Fans in der Köln-Arena“.
Oder auch “Die Zeit”. Sie schreibt: James Blunt Tournee: Der Mann der großen Gefühle.