Musste Horst Köhler diese Woche unbedingt den Affen Zucker geben — jedenfalls denen in Wirtschaft und Politik? Agenda 2020!? Wer braucht denn so was? Noch ist die Agenda 2010 nicht ganz abgearbeitet, da packt der Bundespräsident die nächste Botschaft aus. Ist das vielleicht seine Antwort auf die frohe Kunde, dass seine 2. Amtsperiode so gut wie abgesichert ist? Schönen Dank dafür!
Wir nehmen wahr, dass die Arbeitslosenquote sinkt. Wir nehmen wahr, dass viele gut verdienen. Unternehmen im allgemeinen sogar gut bis sehr gut. Nicht so schön, dass die Arbeitnehmer immer noch ziemlich blöd dastehen. Der Inflation und wiederum der Geldgier insbesondere der Energiewirtschaft sei Dank. Und wir hören, dass das Wirtschaftswachstum sich in diesem Jahr reduziert. Dass an diesen Problemen auch die gnadenlosen zu diesem widerlichen “Spiel” der Kapitalisten gehörenden Spekulanten nicht zu knapp schuld sind, wird nicht mal erwähnt. Dass immer weniger Leute von ihrer Arbeit leben können macht diesen Leuten, inkl. unserem Bundespräsidenten vor der Verlängerung, rein gar nichts. Er spricht sich sogar -einmal mehr- für den Kombilohn-Scheiß des Ifo-Chefs Prof. Sinn aus.
Er neige darum zu der Auffassung, „dass hier auch der Staat gefordert ist, mit einer Kombination von Marktlohn und gegebenenfalls einem staatlichen Einkommenszuschuss”.
Klar, demnächst bezahlen wir (aus Steuergeldern) die Löhne für unsere Arbeitgeber. Dass dieses Modell funktioniert, sehen wir ja an den Hunderttausenden von Aufstockern, die Hartz IV brauchen, um wenigstens einigermaßen über die Runden zu kommen.
Genauso habe ich mir immer den Präsidenten aller Deutschen vorgestellt.












Kombilohnfolge: noch stärkere Belastung derjenigen, die durch echte Leistung ihr Geld selbst verdienen, was zwangsweise zu Unlust, Frust und damit Qualitätsverlust und weiterer Abwärtsspirale führt.
Wieso wird nicht einmal, nicht wenigstens ein einziges verdammtes Mal, darüber sinniert, wie man von dieser exorbitanten Staatsquote runterkommt. Dann wären solche staatlichen Umverteilungen, bei denen wieder mindestens 50% des Geldes irgendwo versickern, nicht nötig.
9.00 Uhr: der Frust nimmt zu – die Probleme bleiben! Drei-Wetter-Frust vom Feinsten!
Die Staatsquote senken. Klar, jeder wird (wahrscheinlich selbst ein paar Politiker) dir das unterschreiben. Es mangelt am Willen, sich mit den betroffenen Interessengruppen anzulegen. Die SPD hats getan (Agenda). Jetzt liegt sie bei 27% Zustimmung. Was würde geschehen, wenn die Superpositionen des Haushalts ernsthaft hinterfragt werden (ich rede jetzt nicht nur vom Sozialetat). Was ist mit den Subventionen für die Wirtschaft? Welche Auswirkungen hätte die Streichung von Subventionen auf die Arbeitsplätze? Ein geniales Thema, über das man sich schnell an die Köpfe bekommen würde. Deshalb kneifen die Politiker und setzen lieber auf Wachstum. Damit kriegen sie wieder mehr in die Töpfe und verteilen die Mittel dann postwendend weiter. Sparen ist nicht. Und wir geben uns damit zufrieden, dass irgendwann die Staatsverschuldung wieder zurückgeführt wird. Ganz im Sinne künftiger Generationen. Da bleibt es schon abstrakt und das ist für die Politiker bequemer, als sich jetzt, hier und heute mit Interessengruppen auseinandersetzen zu müssen.