McKinsey belegt nun ebenfalls mit einer Studie, dass der deutsche Mittelstand in den letzten knapp 2 Jahrzehnten erheblich geschrumpft ist. Das hatten wir ja schon. Anfang des Jahres beschrieb das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), dass dies der Fall wäre.
McKinsey begründet die Entwicklung, die bis zum Jahr 2020 dazu führen könnte, dass 50 % der Bevölkerung ein Einkommen unterhalb des Durchschnittsniveau haben würde, damit, dass das Wirtschaftswachstum nicht ausreichend sei. Nun könnte man mal darüber nachdenken, ob es nicht eine Korrelation zwischen den Einkommen der Arbeitnehmer auf der einen und den teilweise drastisch gestiegenen Gewinnen vieler Unternehmen auf der anderen Seite gibt.
Warum sollte Wachstum dafür sorgen, dass die Einkommen der Menschen wieder steigen und diese deshalb nicht aus der Mittelschicht in die Unterschicht abrutschen? Wenn also die Unternehmen aufgrund der Situation am Arbeitsmarkt dafür sorgen können, dass ihre Arbeitnehmer auf kleiner Flamme weichgekocht und auf diese Weise (Druck auf Löhne und Gehälter) Gewinne maximiert werden können?
Die Begründung für die immer schlechteren Löhne wird auch künftig unisono lauten: Jobs gibt es nur, wenn eine entsprechende Produktivität sicherzustellen ist. Ohne Jobs mit anständigen Löhnen und Gehältern gibt es andererseits aber auch weiterhin einen schwindenden Mittelstand. Dieser dürfte dann wiederum in den kommenden Jahren auch im Lager der Konsumenten schmerzlich vermisst werden — diesmal von den Unternehmen. Irgendwie blöd. Beispielsweise für die Hersteller von Mittelklasseautos, bei denen die deutsche Automobilindustrie bereits heute Absatzprobleme auf dem Binnenmarkt beklagt. Der Export wird’s schon richten. Aber da wiederum müssen sich die Arbeitnehmer natürlich anstrengen. Sie stehen gerade dann in einem globalen Wettbewerb. Und der drückt bekanntlich (bei uns in Deutschland jedenfalls) auf die Löhne- und Gehälter. Einen Wettbewerb um die besten Köpfe kann sich die deutsche Wirtschaft natürlich nicht leisten. Deshalb wandern so viele Topleute aus und suchen sich im Ausland besser bezahlte Jobs. Erkennt irgendjemand einen logischen Bruch?
Begeistert übertrieben
EADS und die Marktwirtschaft








Fast in jedem Krimi, selbst gestern im ZDF, kommt der Grund durch: der Arbeitnehmer bekommt den kleinsten Anteil an seiner Leistung, der Arbeitgeber – falls Kapitalgesellschaft – schon wesentlich mehr, aber den größten Anteil kassiert der Staat auf verschiedenen Wegen, Anteil stetig weiter steigend.
Was mich regelrecht ankotzt, um mal bewusst ordinär zu werden: jeder pfeift im Grunde genommen diese Erkenntnis unterschwellig vor sich hin, aber wenn’s drauf ankommt, tut alle Welt ratlos und überrascht und sabbelt von Wirtschaftswachstum und Unternehmensgewinnen vor sich hin, bloß um zu vermeiden, dass man auch ein paar Konsequenzen ziehen muss, die nicht ins politisch korrekte Gutmenschentum passen. Ich glaub’ manchmal, ich bin der einzige, der bereit ist, das auch mal anzusprechen, und mir reicht’s allmählich! Soll das Land doch vor die Hunde gehen, wenn keiner die Cochones hat, aus der Wehleidigkeit auch mal die Konsequenzen zu ziehen.
Und, was macht der Staat mit dem Geld?
Auch das fließt doch zum erheblichen Teil wieder in die Kassen der Konzerne. Gewinne ewerden heute durch Einflußnahme auf Gesetzgebungsprozesse (z.B. Patentrecht) oder PublicPrivatePartenerships (die moderne legalisierte Form Organisierter Kriminalität) organisiert.
McKinsey und Co sind da eifrig mit dabei. Bei Reformen im öffentlichen Bereich, sinkt in der Regel der Nutzen, die Kosten steigen und die Gewinne der privaten Teilhaber explodieren.
Dazu: http://irrliche.org/politische_kritik/beraterkapitalismus.htm