Viel Arbeit, wenig Brot...

@raysonbl Aber nein. Sie werden das FDP-Parteiprogramm lesen und dann das... (4 hours ago)

Viel Arbeit, wenig Brot

Macht euch mal die Mühe und rechnet nach, wo ihr euch in dieser Skala (s.u.) ansiedeln könnt. Natürlich gab es schon immer unterschiedliche Bezahlungen. Bestimmte Berufsgruppen waren auch früher nicht auf Rosen gebettet. Nur haben wir seit der Euroeinführung, trotz anderslautender Behauptungen, Europreise, die 1 : 1 dem damaligen Mark-Wert entsprechen.

Dies trifft leider natürlich auf die Lohn- und Gehaltsentwicklung nicht zu. Im Gegenteil. Da wundern wir uns in Deutschland über die mangelhafte Nachfrage bzw. die schleppende Binnenkonjunktur. Seit Anfang der 90er Jahre bilden sich aufgrund des übermächtigen Einflusses des Kapitals und des als angebliche Konsequenz des globalisierten Wettbewerbs entstandenen Drucks auf die Preise, die Einkommen weiter Bevölkerungsschichten immer mehr zurück.

Die Gewerkschaften haben ihren Einfluss (fast) verloren. Das sieht man daran, wie beschissen schlecht in manchen Regionen für viele Berufe laut Tarifvertrag bezahlt wird. Dass die Gewerkschaften bei den Tarifabschlüssen mit am Tisch gesessen haben belegt das. Heute rufen sie nach Mindestlöhnen, weil sie es aufgrund ihres schwindenen Einflusses selbst nicht mehr geregelt kriegen.

In welchen Branchen und Regionen werden die niedrigsten Tariflöhne gezahlt?

€/Stunde €/Monat Region
Frisörhandwerk 2,75 464 Brandenburg
Bewachungsgewerbe 4,32 748 Meckl.-Vorp.
Floristik 4,35 775 Sachsen-Anhalt
Bäckerhandwerk 4,41 763 Meckl.Vorp.
Frisörhandwerk 4,93 793 NRW
Hotel/Gaststätten 5,34 902 NRW
Gartenbau 5,92 1000 Westdeutschl.
Floristik 5,94 1004 NRW
Gebäudereiniger 6,05 1022 NRW
Landwirtschaft 6,07 1056 NRW
Dachdeckerhandwerk 6,13 1035 NRW
Fleischerhandwerk 6,45 1090 NRW
Bekleidungsindustrie 7,26 1161 NRW
Einzelhandel 7,36 1199 NRW
Maler/Lackierer 8,05 1394 Westdeutschl.
Öff. Dienst 8,15 1377 NRW
Bau 10,40 1801 Westdeutschl.

Die angegebenen Werte sind Bruttolöhne. Versteuert werden müssen jährliche Einkommen über 7.664 €.

Quelle: WSI – Tarifarchiv

Lohnspiegel – Tariflöhne und Gehälter

Löhne und Tarife nach Berufsgruppen



Horst Schulte - 2004 hab ich mir gedacht, ich versuche es auch mal mit dem Bloggen. Ziemlich schnell hat sich daraus ein richtiges Hobby mit einigem Engagement entwickelt. Die Themen, die mich besonders interessieren, sind Politik, Gesellschaft, Medien und Musik. Ich begrüße dich herzlich hier im Querblog und würde mich sehr freuen, wenn du mir deine Meinung zu dem einen oder anderen Artikel durch deinen Kommentar mitteilen würdest. Herzlichen Dank und viel Spaß.

4 Kommentare


  1. Der Karriere Berater
    Mai 05, 2008
    1

    Zu diesem Artikel kann ich wirklich Ja & Amen sagen! In Österreich haben wir genau die gleich Situation! Der normale Bürger (also nicht Vorstände von AUA und ÖBB) kämpft mit geringem Einkommen und gewaltiger Teuerung. Meiner Meinung hat die Euro Einführung eine schleichende Entwertung von 40% bewirkt. Wer in Zukunft finanziell auf der sicheren Seite sein will, wird wohl Sparmeister werden müssen oder sich nach mehreren Einkommensquellen umsehen.


  2. Mehr Einkommen
    Mai 05, 2008
    2

    Mehr Einkommen – wäre das nicht schön?…

    Liebe Besucher unserer Seite!
    Jeder könnte immer etwas mehr gebrauchen, aber geht das so einfach? Acht Stunden Job, Familie, Freunde, Hobbys, Sport – bleibt da noch Zeit um was zu tun? Und viel wichtiger: Lohnt es sich und kann ich es????
    Welche Branc…


  3. mindestlohn blog
    Mai 22, 2008
    3

    Toll ist das nicht – gar keine Frage. Doch was sind die Urachen dafür? Der “übermächtige Einfluss des Kapitals” ist ja doch irgendwie ein sehr pauschales Erklärungsmodell. Löhne bilden sich am Arbeitsmarkt. Warum sollte dieser plötzlich nicht mehr funktionieren? Oder kann es sein, dass der Markt an sich schon funktioniert, aber sich das Verhältnis von Angebot und Nachfrage deutlich verschoben hat? Gibt es einfach zuviele Arbeitskräfte? Oder vielleicht die falschen? Schließlich sind Zehntausende Ingenieursstellen unbesetzt. Die ganze Situation ist nicht einfach – jedenfalls nicht so einfach, wie uns SPD und Gewerkschaften mit dem schlichten Ruf nach Mindestlöhnn suggerieren wollen.


  4. Der Karriere Barater
    Mai 28, 2008
    4

    Löhne bilden sich nicht mehr am nationalen Arbeitsmarkt. Es gibt auch keinen Binnenmarkt mehr und kein Land ist eine Insel. Wir haben es mit einem globalen Markt mit sehr unterschiedlichen Wettbewerbsbedingungen zu tun. Das ist meiner Meinung dass eigentliche Problem! Und deswegen kann jeder Politiker auch nur BlaBla machen. Die einzige Lösung die ich da sehe, ist: Jeder muss sich selber darum kümmern wie er vorwärts kommt. Weiterbildung, mehrere Jobs, Selbständigkeit im Nebenerwerb usw.
    Wir können sicher nicht mit Billiglohnländern wie China konkurrieren, aber wir können uns auf unsere Stärken konzentrieren und haben genug anzubieten! Diejenigen, die darauf warten dass unsere liebe Politik was macht, werden ein böses Erwachen haben.

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