Als etwas anderes kann ich das Taktieren der SPD im Zusammenhang mit Köhlers offenbar mehrheitlich gewünschter 2. Amtsperiode als Bundespräsident nicht bewerten. Dass man in einer Demokratie Wahlalternativen bringt ist legitim. Man sollte jetzt auch nicht so tun, als würde Köhler oder auch Frau Schwan durch dieses Verfahren in irgendeiner Weise beschädigt. Wie gesagt, in einer Demokratie sollte auch bei dieser Ausgangslage eine Abstimmung über Personalien möglich sein.
Ich denke allerdings, dass die SPD Frau Schwan auch aus dem Grund in den Wettbewerb schicken will, weil sie aufgrund der Mehrheitsverhältnisse bei der Bundesversammlung, für das linke Lager eine Chance sieht, Union und FDP zu “ärgern” bzw. bei dieser Gelegenheit zu demonstrieren, dass das linke Spektrum in diesem Land, trotz der 25% für die SPD, politisch eine wichtige Rolle spielen kann. Das umso mehr, als die nächsten bevorstehenden Wahlen noch eine Stärkung dieses Lagers nach sich ziehen könnte. Wenn ich Claudia Roth heute in den Nachrichten hierzu höre, bestärkten mich ihre Worte in meiner Meinung. Wenn ich wirklich richtig liege, so ist die Situation, gerade nach Köhlers heutigen Einlassungen zu seiner 2. Amtsperiode so ziemlich das überflüssigste, was ich in letzter Zeit von der Politik gehört habe. Und das war eine ziemliche Menge.
Lediglich das Gejammer von Gudio Westerwelle hat in diesem Zusammenhang, jedenfalls für mich, einen gewissen Unterhaltungswert.












Also bitte, was hat der Bundespräsident denn mit Demokratie zu tun? Der Bürger ist doch der allerletzte, der noch irgendeinen Einfluss auf das höchste Staatsamt hätte. Das war doch schon immer Parteiengeeiere (toll, Wort mit 6 e!). Und diese Frau Schwan hat mich schon beim letzten Mal eher an den schändlichen Großwesir Isnogud erinnert als an eine ernsthafte Kandidatin. Ich mag mich in der Gesine ja irren, aber es ist schon bedrückend, wenn man als Bürger bei der Wahl zum höchsten Staatsamt mit dem Eindruck in die Angelegenheit geht, dass da eine Quotentuse von Links durchgeprügelt werden soll.
Nee, wir haben keinen Einfluss auf die Wahl. Dennoch benutzt die Politik diese Wahl für ihre Zwecke. Ohne Rücksicht auf das Amt – wie es dann stets gern heißt. Frau Schwan wäre, nachdem was ich über sie weiß, keine schlechtere Wahl als Köhler. Aber darum ging es mir ja nicht. Als Quotentuse würde diese Frau jedenfalls nicht bezeichnen
Parteiengeeire muss ich mir für die nächste Scrabble-Runde merken.