Trotz (oder wegen?) meines Urlaubs habe ich mir “Anne Will” am Sonntag Abend nicht angesehen. Das Thema ist aber auch sowas von ausgelutscht, dass es einem am Halse raushängt. Längst sind alle Argument dreimal ausgetauscht.
“Hungern muss hier keiner – Ein Land redet sich arm” - Natürlich hat dieser Titel etwas provozierendes. Mein Dilemma ist, dass ich beiden Seiten etwas abgewinnen kann. Der einen, die alles Scheiße findet und der anderen, die die Meinung vertritt, dass es uns doch im Grunde genommen ganz gut geht. Vielleicht haben viele Verständnis für meine Ambivalenz. Ich denke, sie rührt daher, dass unsere Zukunft so absolut unbestimmt zu sein scheint. Die vor allem durch die Globalisierung und den radikalen Einfluss des Kapitalismus entstandenen Veränderungen im Beruf wie im allgemeinen Leben sind so gravierend und haben so schnell Platz gegriffen, dass viele einfach Mühe haben, damit klarzukommen. Zu denen gehöre ich vielleicht schon deshalb, weil ich inzwischen 54 Jahre alt bin und geprägt bin von Zeiten, in denen es eigentlich immer nur aufwärts ging. Viele Leute meines Alters kennen das sicher.
Ein Teilnehmer vertrat in einer kürzlich geführten Diskussion in privater Runde den nicht seltenen, ja sogar beliebten Standpunkt, dass es den Leuten, die in Deutschland von Sozialhilfe leben, doch eigentlich ganz gut gehe. In anderen Ländern sähe es viel schlechter aus. Hier brauche keiner zu hungern und jeder hätte ein Dach überm Kopf. Das mag politisch nicht korrekt sein und ist wohl auch oberflächlich. Aber ist es wirklich so ganz verkehrt, wenn man mit diesen Relativierungen argumentiert?
Ich gehöre immer zu den ersten, die sich über so etwas empören, spätestens dann, wenn persönliche Schicksale beschrieben werden oder wenn Betroffene von ihren Problemen erzählen. Aber so langsam wird es langweilig. Wir sollten uns wirklich dazu zwingen, genauer hinzusehen und uns mit unserem Urteil nicht am Ende nur selber herunterziehen oder im schlechten Sinn zu manipulieren. Das geschieht nämlich meiner Meinung nach, wenn wir ständig in den gleichen Ritutalen fortfahren.
Da veröffentlicht ein Ministerium Zahlen, die ein paar Tage später von einem anderen Bundesministerium korrigiert werden. Die Kinderarmut ist demnach noch ein paar Prozentpunkte höher, als es in der besagten ersten Meldung beschrieben wurde. Natürlich ist das schlimm, und es sollte anders sein. Da sind sich doch auch wirklich alle einig!
Leider finden wir nur keine Übereinstimmung, wenn es darum geht, wie wir dieses Ziel erreichen. Zunächst einmal fehlt dafür Geld. Scheinbar. Dabei, das fällt uns spontan dazu ein, kassiert dieser Staat aktuelle doch soviel davon, dass man in Berlin sogar (vielleicht ernsthaft?) darüber nachdenkt, ob man eine Steuersenkung vornehmen könnte.
Wie wäre es, stattdessen dieses Geld dorthin umzuverteilen, wo es wirklich gebraucht wird?
Alleinerziehende mit Kindern wären ein guter Adressat. Besser wäre es, wenn man das Geld in Kindertagesstätten, Kindergärten u.s.w. stecken würde. Dann könnten sich die Alleinerziehenden ohne die zeitlichen Probleme, die aufgrund der jetzigen Situation nun einmal gegeben sind, Jobs suchen und diesen auch nachgehen – ohne ständig gestresst zu sein, weil sie nicht wissen, wo sie ihre Kinder lassen können. Das hätte den Vorteil, dass ein großer Teil dieser Personengruppe nicht mehr von Hartz IV abhängig sein würde. Damit könnten diese Leute auch etwas für ihre späteren Rentenansprüche erreichen, was ja -nicht heute aber später einmal- ein weiteres großes Problem für diese Menschen sein wird. Aber bestimmt ist das zu einfach gedacht. Es finden sich sicher 1000 Einwände, die alle schwerer wiegen und am Ende dazu führen, dass gar nichts sinnvolles passiert.
Genauso sind wir nämlich. Wir palavern und vergessen dabei, dass immer mehr Leute Probleme kriegen – und das sind nicht nur die Kinder. Was ist zum Beispiel mit den Alten in den Pflegeheimen? Wir hoffen, alle möglichst alt zu werden. Dennoch haben wir Angst davor. Wir sehen die Bilder und sind betroffen. Aber es passiert einfach nichts. Und die Änderungen, von denen ich träume werden auch nicht allein durch die Umverteilung von Geldern erreicht. Dazu braucht es einfach mehr. Kaum jemand wird das anders sehen aber es passiert zu wenig.
Es ist genug Geld da. Umverteilung muss sein. Sag ich mal. Dafür ist der Staat zuständig, besser gesagt die Politik. Die macht es aber vielfach sehr schlecht. Das sehen wir vor allem deshalb so, weil die Mechanismen intransparent und willkürlich sind oder scheinen. Das ruft dann verständlicherweise die auf den Plan, die nach mehr Eigenverantwortung rufen. Vielleicht ist dies eine gute Methode, sich gegen staatliche Bevormundung oder besagte Fehlleistungen der Politik zu wehren.
Mir wäre es aber lieber, wir würden mehr Verantwortung für uns aber auch für die anderen entwickeln. Nur sind wir dazu scheinbar immer weniger in der Lage. Und dies deutet vielleicht auch darauf hin, dass es uns viel besser geht, als wir das durch die manipulativen Kräfte der Medien zur Zeit selber empfinden. Aber — die Solidarität zwischen Menschen ist meines Erachtens immer dann besonders gering, wenn es gut oder sogar glänzend läuft. Wenn die Zeiten wirklich schlecht sind, neigen die Leute nach meiner persönlich Meinung mehr dazu zusammenzuhalten.
Uwe Zankl schreibt bei Readers Edition, über die letzte Sendung von Anne Will, dass mehr Stammtisch nicht gehe. Wie gesagt, ich habe die Sendung nicht angesehen. Seine Schilderungen sind aber auch irgendwie typisch für Talkshows, die sich mit diesen Themen befassen. Wir lernen nichts neues mehr über die Sachverhalte. Und wir begnügen uns mit dem Erkenntnisstand, dass alles Scheiße ist. Unser Land und wir alle sollten es uns wert sein, zu Gunsten unseres Zusammenlebens etwas ambitionierter zu handeln. Wir machen diesen Staat sonst am Ende noch kaputt. Will das einer?












Eine Teilnehmerin der Will-Runde stellte eine meiner Meinung nach entscheidende Frage: “Diejenigen, die arbeiten und Geld verdienen, werden in die Solidaritätspflicht genommen. Was man aber immer weniger findet, ist die Solidarität der Leistungsempfänger. Wo bleibt die Solidarität der Leistungsempfänger mit den Zahlern (indem sie sich anstrengen, den Zustand zu beenden)?”.
Altruismus ist keine Einbahnstraße (die heißt nämlich Parasitismus). Leider gibt es inzwischen zu viele Gruppen, die nichts mehr tun und die Schuld dafür auch noch denen in die Schuhe schieben, die für sie aufkommen.
Gilbert(Zitieren) (Antworten)
Ich habe Verständnis für deine Empörung. Es gibt Missbrauch. Darüber müssen wir nicht diskutieren. Dieser Missbrauch ist zu verdammen – ohne Wenn und Aber. Ich finde es nur nicht weniger schlimm, dass es heute so rüberkommt, als würde dieses Land ausschließlich vom Missbrauch der Sozialsysteme gebeutelt.
Vermutlich wird es so etwas in jedem Land geben, das so weitreichende Leistungen “bereit hält”. Ich bin dafür, dass es auskömmliche Sozialleistungen gibt. Nur werden wir uns nie darüber einigen können, was “auskömmlich” denn nun eigentlich ist.
Dass die Anzahl derer, die Geld vom Staat erhalten, obwohl sie arbeiten gehen, liegt beispielsweise überhaupt nicht an diesen Leuten. Es liegt an der SPD, der CDU und den Grünen, die damals gemeinsam die Grundlagen für Hartz IV beschlossen haben. Offenbar ganz im Sinne der Wirtschaft, die hiervon, wie wir nun sehen müssen, profitiert. Das kann auf Dauer so nicht bleiben. Es ist ungerecht und führt dazu, dass es immer mehr Jobs geben wir, die staatlicherseits alimentiert werden müssen.
Horst Schulte(Zitieren) (Antworten)
Das Problem ist die Staatsquote, was wir ja anderswo schon diskutiert haben. Ein paar Gedanken dazu -> hier.
Ein Beispiel für fehlende Solidarität sind (leider) die getthoisierten Ausländer. Die Ghettos sind selbst gewählt und nicht von Deutschen aufgezwungen, die teilweise dritte hier geborene Generation spricht immer noch kein Deutsch (zum Teil sogar schlechter als die erste Zuwanderergeneration), nur 10-20% erreichen überhaupt den Hauptschulabschluss, und entsprechend finden sie keine Arbeit und leben auf Kosten der Allgemeinheit, was man mit ein wenig Geschick und Ausnutzen der Möglichkeiten hervorragend kann. Schuld daran sind natürlich die Deutschen wegen ihrer Ablehnung und die mangelnde Förderung – entschuldigung, aber ich kann dieses saudämliche Gewäsch, das uns auch immer wieder von der Politik aufgezwungen wird, nicht mehr hören. Zu meinen Studenten zählen eine Menge Neudeutsche, nur eben keine Türken -> hier, die mir täglich beweisen und dies auch selber sagen, dass jeder eine Chance hat und sie ergreifen muss. Dummerweise wird man bei solchen Feststellungen inzwischen automatisch zum Rechtsradikalen.
Gilbert(Zitieren) (Antworten)
Man kann sagen, dass viele das “Getto” selbst gewählt haben. Nur, sind es nicht letztlich die Umstände, die zu einer solchen Gettoisierung zwangsläufig führen mussten? Solche Erscheinung hat man vielleicht in allen Ländern, in die größere Gruppen von Menschen anderer Nationalitäten einreisen und dauerhaft dort bleiben. Schau dir Amerika an. Gibt es dort ja auch – wahrscheinlich sogar in jeder größeren Stadt.
Das halte ich für normal auch wenn es der Integration selbstverständlich nicht förderlich ist. Welche Erklärung gibt es für die vielleicht in Deutschland außergewöhnlich schlecht gelungene Integration mit all den Problemen, über die sich heute die eine wie die andere Seite beklagen. Ich finde, jede Seite hat in Teilen recht. Ich finde, dass sich die Diskussion in letzter Zeit erweitert hat und dass dein Vorwurf, man würde bei kritischen Sichten gleich in die rechtsradikale Ecke gestellt, so nicht mehr stimmt. Dazu haben die Diskussionen der jüngsten Zeit geführt. Ich sehe darin etwas Positives.
Die Sache ist ein geben und nehmen. Nur eines können wir nicht tun – jedenfalls meiner Meinung nach. Wir können die Dinge eben nicht so weiterlaufen lassen und uns nachher die Augen reiben, wenn wir ein Proletariat der anderen Art im Lande haben. Das würde zu riesigen Problemen führen. Wir müssen es hinbekommen, dass die vielen Migrantenkinder, die heute schulisch nicht vorankommen und deshalb in ihrem späteren beruflichen Leben chancenlos sein werden, Teil der Gesellschaft werden. Dazu müssen aber Angebote gemacht werden, die natürlich sehr viel Geld kosten. Das ist aber doch auch allen klar, die sich mit dieser Materie etwas befasst haben.
Wahr ist auf jeden Fall, dass wir von den hier lebenden Migranten Eigeninitiative und Beteiligung fordern müssen. Da gebe ich dir unbedingt recht. Ohne diese geht es nicht weiter.
Horst Schulte(Zitieren) (Antworten)
Die Erklärungsnot fängt damit an, dass man die Nationalität vollständig ausklammert. Italiener, Spanier, Portugiesen, Jugoslawen aller Art, Polen, Rumänen und auch die meisten Russlanddeutschen leben hier in teilweise recht hoher Dichte, aber ohne Ghettoneigung und Probleme (Kriminalität ist meist organisiert und kommt von Banden, die aus diesem Grund einreisen und auch wieder verschwinden). Ich würde mal sagen, die Integration ist in den meisten Fällen außerordentlich gut gelungen. Probleme gibt es vorzugsweise mit Türken und Arabern, die aus Gesellschaften kommen, in denen unsere Werte mehr oder weniger nichts wert sind. Das Versäumnis liegt meiner Meinung nach darin, den Leuten nicht von vornherein klarzumachen, dass sie sich an unsere Regeln zu halten haben, wenn sie hier leben wollen. Solange sie die nicht akzeptieren, werden sie letztendlich auch gesellschaftlich nicht weiterkommen.
Um das mal etwas drastisch auszudrücken: eine sinnvolle Fördermaßnahme wäre, sie in die Schulen zu prügeln und anschließend die Eltern zu verprügeln, wenn die Sprösslinge weiterhin aufmüpfig sind. Ich habe leider den Eindruck, dass das die einzige Sprache ist, die derzeit in diesen Kulturen tatsächlich verstanden wird.
Gilbert(Zitieren) (Antworten)
Diese Minimalkonsens ist bisher noch nicht erreicht. Jedenfalls winden sich manche, wenn es um solche Forderungen geht. Die Leitkulturdebatte hat diese ambivalente Haltung offengelegt.
Übrigens bringt WDR5 heute Abend zu diesem Thema einen vielleicht ganz interessanten Beitrag (21.05 Uhr).
Das philosophische Radio – mit Hans-Martin Schönherr-Mann über den Kampf der Kulturen
Horst Schulte(Zitieren) (Antworten)
Sind wir arm oder soll das der zukünftig normale Lebensstil der Menschen sein,
die nicht zur „Oberen Schicht“ gehören???
Ich habe einen Job (ca. 40-50 Stunden die Woche) und verdiene dabei monatlich
1405€ netto. Außer einem Kredit, den ich mit 200€ monatlich abzahle, habe ich
neben den normalen Fixkosten wie Miete, Strom, Telefon/Internet, Handy,
Kostgeld, etc. keine besonderen Ausgaben – auch kein Auto.
Meine Freundin ist seit letzter Woche arbeitslos und die 60% Arbeitslosengeld
von Ihrem Hungerlohn als Call-Center-Agentin (bei 30 Std./W waren es ca. 550€
mtl.) reichen gerade dafür aus, dass sie mir ihren Miet- und Stromanteil sowie
ihr Handy bezahlen kann – das war´s. Und was soll sie den Rest des Monats ohne
Geld machen – bzw. was ist mit Bewerbungen und Passbildern? Die kosten auch eine
Menge, wenn es gut aussehen soll. Da geht es dann schon an mein Taschengeld…
Zusammen haben wir also zukünftig für zwei Personen ca. 1700€ zu Verfügung.
Davon sind nach Abzug der Fixkosten (Miete, Strom, Kredit, Internet, 2 Handys,
GEZ, Versicherungen, etc.) noch ca. 700€ übrig.
Obwohl wir fast nur noch Billigprodukte und nur das Nötigste an Nahrungs- und
Hygiene-Mitteln kaufen, sind 350-400€ Kostgeld für uns zwei normal geworden. Gut
- es wird auch mal ne Packung „Brunch“ oder „Zwiebelmett“ gekauft, die dann
etwas teurer sind, aber das wird einem Normalverdiener doch auch mal vergönnt
sein oder?
Der Wocheneinkauf liegt bei 40 bis 60€ – je nachdem. Und fürs Wochenende
veranschlagen wir dann noch einmal 20-30€. Darin sind aber auch schon die Kosten
für ein Eis beim Spaziergang, Geburtstagsgeschenke oder zwei Bier in der Disco
enthalten. Man kann also sagen, dass wir für 7 Tage Leben, inklusive
Taschengeld, zu zweit zwischen 70 und 100€ verbrauchen – ist das zu viel? Ich
meine nicht… – es ist einfach so, dass fast alles teurer geworden ist. Zuletzt
die Geflügel und Milchprodukte die von einem auf den anderen Tag plötzlich 20-30
Cent mehr kosteten. Da überlegt man es sich zweimal, ob man den Quarkaufstrich
mitnimmt, um die Wurst zu verfeinern oder dann doch lieber nur eine Scheibe
Wurst mit Lätta zu sich nimmt…echt traurig!
Damit bleiben dann noch 200-250€ über, von denen ich mir dann auch gerne mal ein
PC-Spiel, einen Gang ins Kino oder etwas anderes gönnen möchte und mich damit
für meine geleistete Arbeit belohne – denn wofür arbeitet man sonst?
Meiner Freundin gebe ich je nach Anlass dann auch noch 5-10€ Taschengeld für
ein bisschen Schminke oder einen Cocktail, wenn sie sich mit ihren Freundinnen
trifft. Aber so richtig Spaß kommt bei all dem nicht auf, weil man ständig auf
jeden Cent achten muss
Man merkt besonders, dass man „arm“ ist, wenn – wie jetzt wieder – eine
Heizkostennachzahlung über 230€ ins Haus geflattert kommt – obwohl man im Sommer
eh nicht mehr heizt und im Winter hofft, dass die durch die Wohnung laufenden
Heizungsrohre für genügend Wärme sorgen. An die Stromnachzahlung, die in 1-2
Monaten kommt, mag ich noch gar nicht denken und der 20 Jahre alte Kühlschrank,
den ich vor 7 Jahren von Oma bekommen habe, gibt auch langsam den Geist auf.
Normalerweise müsste ich jeden Monat 50-100€ für solche Fälle weglegen, aber wovon?
Die Besuche der Familie meiner Freundin mit dem Zug kosten uns auch jedes Mal
60€ für ein Wochenende (Hin- und Rückfahrt mit dem Wochenend-Ticket) – plus
kleine Geschenke für die kleinen Nichten. Ohne etwas, mag man als Onkel und
Tante ja auch nicht dort antanzen, wenn man eh schon nur 2-3 Mal im Jahr dort
hinkommt.
Ich war mit meinen 34 Jahren noch im Urlaub – meine Freundin mit Ihren 22 Jahren
auch nicht. Durch die ganze finanzielle Situation kommt es zusätzlich auch noch
zu seelischen Belastungen, die sich dann auch schnell mal auf die Beziehung
auswirken. An die Gründung einer richtig kleinen Familie ist momentan gar nicht
zu denken. Vielleicht sollte der Staat auch mal an seine Familien und Kinder
„von morgen“ denken. Für die immer weiter schwindende Fortpflanzung in
Deutschland gibt es schließlich Gründe…da hilft kein Jammern der Politiker – da
muss gehandelt werden!
Ich habe momentan noch das Glück, dass mir meine Mutter ab und zu – zum
Monatsende – noch einmal 50€ zustecken kann – ansonsten ist es wirklich immer
sehr eng und es kommt nur Toast und die 200g Billig-Wurst für 60 Cent oder
Nudeln auf den Tisch. Naja, aber auch meiner Mutter tun die 50€ aufgrund der
hohen Spritpreise, Steuervorauszahlungen (was für ein Witz vom Staat), erhöhten
Lebenskosten, etc. immer mehr weh…
Am besten ist es wirklich, wenn man sich als unverheiratetes Paar räumlich
trennt und der arbeitslose Part dann zumindest das bekommt, was ihm zusteht.
Würde meine Freundin jetzt Harz IV beziehen, würde sie „nichts“ bekommen, weil
wir zusammen wohnen und ich zu viel verdiene. Es ist doch ein Witz, dass „ich“
meine Freundin – die eine eigenständige Persönlichkeit darstellt – dann komplett
miternähren und finanzieren muss, obwohl sie gearbeitet und in die Kassen
eingezahlt hat!
Auch das Thema GEZ regt mich immer wieder und in letzter Zeit immer mehr auf.
Das Programm besteht seit Monaten nur noch aus Wiederholungen, Kochsendungen,
Soaps, alten Filmen und massig Werbung. Die Artikelinhalte werden von Format zu
Format gereicht und selbst so ein Format wie „Brisant“ macht jetzt schon „Best
of“ Sendung! Ein echter Witz und vor den Bürgern absolut nicht zu vertreten!
So schön Digital-TV und 16:9 Format auch sind – wozu, wenn der Inhalt fehlt, die
Werbung immer mehr wird und Werbung sogar zeitgleich auf diversen Kanälen läuft,
so dass es einem vorkommt, als wenn die Sender sich absprechen würden. Selbst
ARD und ZDF haben doch inzwischen Werbeunterbrechungen – wozu also GEZ-Gebühren
von über 50€ vierteljährlich – und das von fast jedem erwachsenem Einwohner
Deutschlands?
Wie kann es überhaupt sein, dass einen der Staat dazu „zwingt“
öffentlich-rechtliche Sender zu empfangen und zu bezahlen? Nur, weil mein
Fernseher die Möglichkeit bietet die Programme zu empfangen? Dann sollen sie
einen kleinen Kasten vor den Anschluss setzen, der die Frequenzen dieser Sender
stört und nicht mehr nutzbar macht. Die frei empfangbaren und privaten Sender
würden mir allemal ausreichen, da ich – wenn ich denn mal Zeit dafür habe – eh
lieber eine DVD einwerfe und mir die Nachrichten im Internet anschaue.
Ich würde mir wünschen, dass die Deutschen endlich mal auf die Straße gehen! So
wie die Franzosen, die deutlich zum Ausdruck bringen, wenn sie sich mal wieder
vom Staat verar***t fühlen – das Leben macht so auf jeden Fall keinen Spaß mehr…
Dirk Breuer(Zitieren) (Antworten)