Chlorhähnchen – hmm lecker

Reinlichkeit liegt gerade uns Deutschen. Auch so eine Verallgemeinerung. Das Wort Keimfreiheit hat aber schon einen etwas negativen Beigeschmack (vielleicht sogar im doppelten Sinn des Wortes).

Aber man kennt schließlich genug verantwortungsvolle Hausfrauen, die mit Sagrotan die Toilette behandeln, sobald dort jemand tätig gewesen ist. Interessant übrigens, dass der Name mit ‘g’ und nicht mit ‘k’ geschrieben wird, wie es auch zuerst angenommen hatte. Sakrotan klingt in diesem Zusammenhang irgendwie “natürlicher”.

Also zurück zum Chlorhähnchen. Ich gehöre zu der Spezies, die Geflügel im Allgemeinen und Hähnchen im Speziellen sehr viel abgewinnen können. Dabei geht es mir weniger um die Kalorienersparnis, die mit Geflügel in Zusammenhang gebracht, sondern vielmehr um die geschmacklichen Vorzüge. Obwohl — ich muss eigentlich feststellen, dass der Geschmack des Hähnchenfleisches in den letzten 2 Jahrzehnten an Qualität verloren hat. Früher waren selbst die Hähnchen leckerer. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Nun also her mit aspetischem Gefügel. Ganz wie es der amerikanischen Wirtschaft beliebt. 100 Mio. € sollen die Amis durch die Weigerung der EU, das sterile Fleisch zu vermarkten, verloren haben. Da lohnt es sich, für die eigenen Interessen zu kämpfen.

Ein wenig erinnert mich das an die Absicht der Amis, die Iraker und andere, von den Segnungen der Demokratie zu überzeugen. Sie tut nicht weh und hat vielleicht sogar viele Vorteile. Aber — weiß man’s. Und ein wenig Widerwillen ist ja auch nicht so unangebracht.

Kommentare

  1. Ecki meint:

    Mist! Da hatte ich die morgen früh anstehende Kehrwoche gerade vergessen und du schreibst was von reinlichen Deutschen.

    Aber vielleicht gönne ich mir zur Belohnung nach vollbrachtem Werk morgen ein leckeres Brathähnchen. Oder am Sonntag einen Coq au vin. Und zwar ohne Chlor, was für eine barbarische Unsitte jeden Keim ersticken zu müssen. Gerade bei Geflügel, welches man eh ganz durchbrät.

  2. Horst Schulte meint:

    Erstens macht es einen nachdenklich (doch, ich denke auch übers Essen nach) und zweitens schmeckt es einem dann womöglich nicht mehr so richtig. Aber davon lasse ich mich auf Dauer nicht bremsen. Übrigens soll es ja auch krank machen, wenn man allzu sehr auf Sauberkeit achtet. Denkt man zum Beispiel an die resistenten Bakterien, die inzwischen in vielen Krankenhäusern zum Problem geworden sind. Und Antibiotikum gibt dagegen in vielen Fällen eben deshalb nicht mehr, weil wir es ganz offenbar damit übertrieben haben. Außerdem nehmen wir das Zeug über die Nahrungskette ja auch noch ungewollt und unwissentlich zu uns. Da kann ein Chlorhähnchen ja eigentlich auch schon keinen Schaden mehr anrichten. Tongue Out

  3. Horst Schulte meint:

    Ach übrigens: Hähnchen gibts bei uns am Sonntag Abend. Zum Abschluss unseres 14tägigen Urlaubs. :-(