Becks Vermächtnis: Koalition mit FDP?

Zeit Online verkündet bereits Becks Vermächtnis. Am Rande des Zukunftskonvents der SPD in Nürnberg hörte man, dass Beck für Steinmeier den Weg zum Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten freimache. Natürlich wurde dies gleich von der Parteispitze dementiert. Obwohl doch jeder weiß: Mit Beck, das wird nichts mehr.

Beck ist auf dem Tiefpunkt seiner Popularität angelangt. Vielleicht gehts aber auch noch weiter runter. Man ist ja steigerungsfähig, nicht wahr? Diese Erfahrungen hat das geneigte Publikum nun längst hinter sich.

Und wieder wurde über eine mögliche Zusammenarbeit mit der Linken diskutiert. Oder besser gesagt, sie wurde glattweg abgelehnt. Stattdessen, das habe ich diese Woche auch von Nahles schon einmal gehört (und wollte es kaum glauben), spekuliert die SPD mit einem Koalitionspartner FDP. Wie blöd ist das denn?

Diese SPD-Führung wird die Partei in den Ruin führen. Wenn nicht bald etwas passiert. Das Führungspersonal ist eine schlichte Katastrophe und anscheinend weiß man nicht so richtig, in welche Richtung es gehen soll. Gibt es etwas schlimmeres für eine Partei? Kurt Beck, gut. Aber sonst.

Es ist doch sonnenklar. Auch wenn es viele in der Partei gibt, die das nicht sehen. Die Orientierung zur Mitte, wie das immer so bescheuert bezeichnet wird, erwarten die Leute von der SPD nicht. Sie erwarten, dass sie die Partei ist, die sich um ihre Belange kümmert. Für die Bonzen sind die zuständig, die das große C im Namen tragen. Das war so und das soll auch so bleiben. Gerhard Schröders tolle Agenda-Politik mit dem Drang zur Mitte hat den Sozialdemokraten nur geschadet. Und immer noch verkauft das Spitzenpersonal der Partei die SPD als die Reformkraft in Deutschland. Na, schönen Dank auch.

Es wird letztlich so sein, wie es in Zeitungskommentaren immer wieder zu lesen ist. Die SPD geht irgendwann mit Lafontaines Linke zusammen. Etwas anderes wird der Partei auch gar nicht übrig bleiben, wenn sie nicht ganz in der Bedeutungslosigkeit verschwinden möchte.

Der Zukunftskonvent mit den Vorschlägen, die in der öffentlichen Wahrnehmung scheinbar nur am Rande eine Rolle spielen, ist es jedenfalls nicht getan. Auch nicht mit dieser unglaubwürdigen Koalitionsaussage zu Gunsten der marktradikalen FDP.

Interessant ist, dass in dem Zeit online – Artikel vom Inhalt des Zukunftskonvents überhaupt keine Rede ist. Nur Personalien und Koalitionsaussagen wurden in diesem Beitrag behandelt. Komisch. Das Geld hätten sich demnach die Auguren auch sparen können.