Warum so viele LKW Unfälle?

Heute schon wieder. Ein Pommes-LKW (nein – kein holländischer LKW, sondern ein LKW, der Pommes frites geladen hatte) legte sich auf der A4 bei Frechen quer. Gemeldet wurde ein schwerer LKW-Unfall. Zum Glück ging dieser glimpflich aus. Zwei Menschen wurden leicht verletzt. Die Wartezeiten auf der Autobahn und die verlorene Zeit ist zu verschmerzen. Bis Mitternacht wird die Autobahn heute noch gesperrt sein.

Gestern war das anders. Auf der A40 verunglückte ein Gefahrgut-Transport. Ein LKW raste auf einen anderen. Ein Fahrer verbrannte bei lebendigem Leib. Ständig Unfälle mit LKWs. Sicher, es sind sehr viele unterwegs und seit einiger Zeit wissen wir, dass es nicht etwa die Fahrer aus osteuropäischen Ländern diejenigen wären, die am schlechtesten bezahlt und dem größten Druck ausgesetzt sind, sondern vielmehr die deutschen Fahrer.

Ich denke, dass es allen Verkehrsteilnehmern ähnlich ergehen wird. Man bekommt es mit der Angst, wenn man sich vorstellt, wie schnell man selbst (unverschuldet oder nicht) in einen solchen Unfall verwickelt werden könnte. Gerade Auffahrunfälle sind auffällig häufig darunter. Wer einer solchen Katastrophe entgehen will, der braucht schon einen wahrhaft guten Schutzengel.

Wann wird der Gesetzgeber in dieser Richtung endlich mal etwas unternehmen? Die Ausbeutung der Männer und Frauen nimmt immer schlimmere Formen an, und es wird doch wohl keiner glauben, dass es zwischen dieser Tatsache und den steigenden Unfallzahlen keinen Zusammenhang gäbe?!

Kommentare

  1. Gilbert meint:

    Eigentlich sind die Kontrollen ja schon recht dicht, wenn ich mir so die Präsenz der BAG anschaue. Allerdings:

    - Kontrollsysteme für die Augenbewegung gibt es bereits seit längerem und können vor dem Sekundenschlaf warnen. Bei der Stückzahl sollte der Preis auch nicht sonderlich hoch werden. Wird aber nicht vorgeschrieben.

    - Akustische Warnsysteme für zu nahes Auffahren und automatische Bremsen gibt es auch schon.

    - Belangt wird im Wesentlichen der Fahrer. Einfachstes Mittel gegen Ausbeutung durch den Spediteur: der LKW wird je nach Schwere des Verstoßes zwischen 1 und 10 Tagen aus dem Verkehr gezogen. Kralle dran, und dann kann er sehen, wie er die Ladung ans Ziel bekommt. Zumindest der Spuk wäre in Nullkommanix vorbei.

    Nüchtern betrachtet bewegen wir uns hier auf dem gleichen Niveau wie beim Thema Kriminalität. Der Staatskasse Nützliches wie das Mautsystem wird realisiert, beim Thema Bürgerschutz sind den Politikern die Lobby-Tausender in der Tasche näher als die Bürger, und Fehlverhalten bleibt aus “erzieherischen Gründen” bei “milieu-bedingtem Verhalten”, wie wir ja seit neuestem durch die Justiz belehrt wurden, ohne die entsprechenden Konsequenzen. :thumbdown_tb:

  2. Horst Schulte meint:

    Kralle dran, und dann kann er sehen, wie er die Ladung ans Ziel bekommt. Zumindest der Spuk wäre in Nullkommanix vorbei.

    Das wäre vermutlich wirklich die Idee. Dann hätten den Schaden nämlich die Unternehmer, die ihren Fahrern schlicht zuviel abverlangen.

  3. Daniel Rollos meint:

    Naja, in den Zeiten der Wirtschaftlichkeit und umstrukturierung der Unternehmen ist halt kein Platz für gerechte Gehälter und ausreichend Zeit. Da muss alles möglichst schon Gestern erledigt werden, sollte nichts kosten usw… Und die fetten Manager streichen sich Millionengehälter ein!

    Solange die Unternehmen immer nur Dollarzeichen in den Augen haben, und immer wirtschaftlicher optimieren, solange wird eben Druck auf die “Auszuführenden”, also den Arbeitern, ausgeübt.

    Daniel