Der wunderbare junge Mann aus Nazareth

Der Artikel von Franz Alt, den ich eben gelesen habe, steht auch in einem gewissen Kontrast zu dem, was ich vorhin im SpOn-Artikel zum Thema Entwicklungshilfe kritisiert hatte.

An der Spitze der reichen Staaten stehen meist Christen. Wie wäre es, wenn Papst und Bischöfe den sich christlich nennenden Politikern mit Exkommunikation drohen, wenn sie nicht endlich die Hungerprobleme lösen anstatt aufzurüsten wie in den Zeiten des Kalten Krieges?

Der wunderbare junge Mann aus Nazareth wäre wahrscheinlich radikal genug, solche Forderungen heute zu stellen. Und denen, die sagen, dieser Kampf sei im Angesicht realer politischer Verhältnisse sowieso aussichtslos, würde er wohl entgegenhalten: Ihr habt den Kampf für die Armen ja noch gar nicht wirklich begonnen.

Alt geht davon aus, dass die Hilfe von außen, namentlich von den reichen westlichen (und überwiegend christlichen) Ländern, kommen sollte. 20 Mrd. Euro im Jahr wären notwendig, um den Hunger auf der Welt zu stoppen. Das ist verdammt viel Geld. Andererseits muss man sehen, dass diese Aufwendungen auf die Welt verteilt würden und es ganz bestimmt andere und sehr teure “Projekte” gibt, die unverständlicher Weise mit weitaus mehr Engagement verfolgt werden. Aber so sind wir Christenmenschen eben.

Wir denken lieber darüber nach, wie wir unseren Etat kürzen können, weil unsere Form von Entwicklungshilfe ja eigentlich keinen richtig weiterbringt oder satt macht.

via: Readers Edition – Der Hunger-Skandal