Der Preis für Wasser ist in China viel zu niedrig

Bei uns ist es Benzin, Super und Diesel, in China offenbar das Wasser. Vielleicht auch beides. Irgendwann zumindest wird es so sein. Vielleicht schneller als wir heute denken.

Was ist eigentlich, wenn ein Mann von einer Zeitung das Prädikat erhält “einer der einflussreichsten Denker der Welt” zu sein? Wenn dann der gleiche Mann, der übrigens Lester R. Brown heißt,  auf die Gründe für die Welternährungskrise angesprochen, sagt: “China trägt dazu bei, aber sein Beitrag ist zumindest in den letzten Jahren relativ gering – verglichen mit der Ethanol-Produktion der USA“, was müssen wir hieraus schlussfolgern? Hört jemand auf ihn? Wird er ernstgenommen oder wird er verlacht oder als Übertreiber in eine Ecke gestellt?

Brown bezeichnet die Krise nicht als vorübergehendes Phänomen, sondern geht davon aus, dass sie uns dauerhaft begleitet. Das hat zur Folge, dass die Preise ansteigen werden, was wiederum die Situation verschärfen wird. Brown weist ferner auf die Folgen der Erderwärmung und das Austrocknen der Brunnen in China hin und dass die Gletscher im Himalaja schmelzen und verschwinden. Außerhalb der Regenzeit speisen diese die beiden größten Flüsse Chinas, den Jangtse und den Gelben Fluss. Die Landwirtschaft ist in China zu 80% von Bewässerung abhängig.

Interview mit Brown aus dem Jahr 1990 (Spiegel Wissen)

Nach Meinung anderer Fachleute müsste man das Wasser teurer machen. Die Weltbank wies darauf hin, dass die Preise für Wasser in China viel zu billig seien.

Die Zeiten, in denen durch die verfehlte Agrarpolitik der EU massenhafte Überbestände u.a. von Getreide angehäuft wurden, sind wohl beendet. Vielleicht kann man bestehende Überkapazitäten in europäischen oder us-amerikanischen Gebieten sinnvoller einsetzen, als das früher passiert ist. Nach Meinung derer, die allerdings ein grundsätzliches Problem damit haben, anderen Ländern derartige Hilfen anzubieten. Sie könnten hierdurch vielleicht in eine ähnliche Abhängigkeit geraten wie Afrika. Außerdem ist ein solcher Gedanke dauerhaft bestimmt keine Lösung. Lassen wir es also die Märkte richten. Und was kümmert es uns schon, wenn ein paar Millionen Menschen an Hunger verrecken werden. Wir fahren weiter unsere Autos und schimpfen über die hohen Spritpreise. Andere schimpfen zusätzlich darüber, dass wir immer noch Entwicklungshilfe leisten.