Dopamingesteuertes Bloggen

Jetzt weiß ich, weshalb ich so gern blogge. Klar, es macht glücklich. Es gibt ja auch fast nix schöneres, als wenn man nach einem Artikel, den man mit Enthusiasmus und Vorfreude verfasst hat, so richtig eins übergebraten kriegt. Oder, was ja wesentlich häufiger ist, es liest gar keiner. Kein Kommentar!

Bloggen macht wirklich Spaß. Und warum tun es dann immer mehr? Ich weiß es nicht. Vielleicht wächst unser Mitteilungsbedürfnis in dem Maße, in dem wir unsere kommunikativen Fähigkeiten verlieren. Das kann ja auch nicht sein. Dann wären ja mehr alte Leute unter den Bloggern.

Kommentare

  1. SuMu meint:

    es macht depressive nicht glücklich, ABER es hilft beim Überleben auf dem Weg zum weniger depressiv sein ;-) , ich wusste schon immer Bloggen hilft mir!

  2. Gilbert meint:

    Vielleicht wächst unser Mitteilungsbedürfnis in dem Maße, in dem wir unsere kommunikativen Fähigkeiten verlieren

    Vielleicht ist es aber auch genau anders herum. Vielleicht ist das Mitteilungsbedürfnis schon immer viel größer gewesen als die Kommunikationsmöglichkeiten.

    Deprimierend finde ich die ausbleibende Reaktion. Leser müsste es nach den Seitencountern genug geben, aber kommentieren tun immer nur die gleichen (und die können ja nun wirklich nicht jeden Post kommentieren). Komischerweise haben die Posts oft die meisten Kommentare, von denen man das am wenigsten erwartet. Das Mitteilungsbedürfnis scheint somit stark asymmetrisch ausgeprägt zu sein.

    Für mich auch nicht so ganz verständlich die Blogs, in denen nahezu jeder Beitrag >25 Kommentare hervorruft, obwohl die Inhalte der Posts auch nicht besser sind als meine.

    So genug :glurps_tb:, lieber wieder :drunk_tb:

  3. Horst Schulte meint:

    Ausbleibende Reaktionen (Kommentare) sind deprimierend. Mal mehr, mal weniger. Aber meiner Erfahrung nach braucht ein Blog einfach auch eine gewisse Zeit, um “sich zu entwickeln”. Die Sinnfragen “Warum blogge ich” oder “Ich blogge, also bin ich” stellen sich fast alle Bloggerinnen und Blogger. Den Eindruck hat man jedenfalls, wenn man die Bloginhalte über eine gewisse Zeit verfolgt und nur etwas auf solche “Signale” achtet. Das gehört ganz offenbar eben auch dazu. Nur wenige hören auf, weil sie es irgendwann einfach satt haben. Ging mir auch schon mal so. Gerade, wenn es wieder so war, dass auch schon mal Kommentare kamen (welche Freude), die ich aber auch so gar nicht verknusern konnte.

    Ganz unabhängig von solchen Überlegungen gibt es aber auch noch die rein technische Seite. So will ich es mal nennen. Dabei geht es darum, wie oder ob man die Themen, die man im Blog behandelt, fokussiert. Ich habe mich dazu entschieden, so etwas wie einen Gemischtwarenladen zu führen. Mein Ansatz ist allerdings nicht der, dass ich jedem irgendwas hoffentlich nicht völlig Uninteressantes bieten will, sondern dass ich darüber schreibe, was mich selbst beschäftigt. Und das ist eben nicht nur die Politik. Das ist als Konzept nicht sehr erfolgversprechend. Die Cracks raten einem, sich auf ein Thema zu konzentrieren. Es gibt genügend Beispiele, die zeigen, dass diese Überlegung nicht falsch sein kann. Aber – seis drum. Hauptsache es macht immer noch Spaß. Und irgendwann nimmt die Zahl der Kommentare ja auch zu. Meiner Erfahrung nach jedenfalls.