Ich hab’ nix gegen Köhler

Unser Bundespräsident fordert eine Agenda 2020. Mehr Mut zu Reformen. So eine seiner Kernaussagen in der 3. Berliner Rede.

Genau das, habe ich den Eindruck, wollen die Leute nicht mehr hören. Vielen sitzt die Agenda 2010 zu sehr in den Knochen. Nicht nur den direkt Betroffenen. Brauchen wir Ansporn?Die Angst vor sozialem Abstieg ist stets gegenwärtig. Der so genannte Aufschwung wird nicht so wahrgenommen, wie uns die Schönsprecher dieser Landes es gern verkaufen möchten. Die allgemeine Preisentwicklung und die Überforderung der Bürgerinnen und Bürger durch die unverschämt hohen Abgabenlasten tragen hierzu bei.

Außerdem wirken die Ideenlosigkeit, die stets wahrnehmbare Distanz zwischen der Politik den Bürgern und vielleicht auch der offensichtliche Mangel an Gestaltungsspielraum so nachhaltig, dass die Leute ihr Vertrauen in die der Politik verloren haben. Da nutzt auch eine Sonntagsrede, die dazu als Auftakt des persönlichen Wahlkampfes um das Amt des Bundespräsidenten wahrgenommen wird, wenig.

„Ich sehe sogar die Chance, unsere Lebensqualität zu steigern, indem wir unseren Lebensstil ändern.“ (Köhler am 17.06.08)

Nee, ist klar. Es gibt Ärzte, die raten einem, auf Clochard umzusatteln, wenn sich der Blutdruck auch durch medikamentöse Behandlung nicht senken lässt. Mit unserem wirklichen Leben haben solche Dinge nicht so viel zu tun.

Kommentare

  1. Alex meint:

    Mehr Mut zu Reformen. So eine seiner Kernaussagen in der 3. Berliner Rede.

    Genau das, habe ich den Eindruck, wollen die Leute nicht mehr hören.

    Und das, obwohl wir die wirklichen Reformen eigentlich noch gar nicht angepackt haben. Die Menschen haben aber in Bezug auf Reformen mehr undefinierte Angst vor dem Abstieg als das dass sie den auch wirklich schon erlebt hätten.

  2. Horst Schulte meint:

    Zitat Alex :

    …Die Menschen haben aber in Bezug auf Reformen mehr undefinierte Angst vor dem Abstieg als das dass sie den auch wirklich schon erlebt hätten.

    Da ist natürlich etwas dran. Scheinbar leben die Deutschen vornehmlich in der Angst vor dem was wird und weniger mit dem, was heute ist.