Von den allgemeinen Diskussionen über jugendliche Schläger mit ausländischer Herkunft scheint bei der “Süddeutschen Zeitung” wenig angekommen zu sein. Redakteur Dirk Graalmann reduziert die Proteste gegen das Urteil von Köln gegen den türkischstämmigen Straftäter Erdinc S. auf das Ergebnis eines angeblichen Kampagnenjournalismus der Boulevardpresse. Dem “Express” wird vorgehalten, den Prozessauftakt gegen die U-Bahn-Schläger von München zur “Emotionalisierung der Massen” zu missbrauchen.
Graalmann findet, dass die in Diskussion stehenden Fälle so heikel wären, dass sie sich für derartige Kampagnen nicht eignen würden.
Diese ach so liberale Haltung mancher Redakteure wird mit ein Grund dafür sein, dass Hasspostillen wie PI sich eines solches Zuspruchs erfreuen. Rund 30.000 Besucher am Tag, die ihr Mütchen mit den Texten der dortigen Autoren und ihrer Mitkommentatoren zu kühlen suchen. Ein Ventil gegen die bei uns leider nicht selten verbrämte oder als illiberal abgetane eigentlich dringend erforderliche klare Auseinandersetzung mit den häufigen und schweren Rechtsbrüchen durch jugendliche Gewalttäter.
So sehr ich manche Diskurse in Absicht und Diktion über diese brennenden gesellschaftlichen Problemen hasse, so kann ich doch verstehen, dass es nicht so bleiben sollte, wie diese Fragen in Deutschland behandelt werden. Zwar können auch Jugendliche in besonders schweren Fällen nach Verbüßung ihrer Strafe in eine Art Sicherheitsverwahrung genommen werden. Ich las aber, dass man davon ausgeht, dass eine solche Maßnahme nur in ganz seltenen Fällen angewandt wird.
Wenn sich also nun, passend zum Prozessbeginn von München und nach dem Palaver in Kochs Wahlkampf, die “emotionalisierten Massen” erheben, so ist das auch ein Resultat der Berichterstattung der “Süddeutschen Zeitung”. Man muss auch einmal Farbe bekennen. Sonst kann so etwas böse enden.














Keine Antworten : “Emotionalisierung der Massen”
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