Das Fußballspiel Portugal gegen Deutschland sollen mehr Frauen als Männer am TV angesehen haben. Über 13 Mio. Whow. Jedenfalls steht das in der FAZ. Was Autor Michael Althen allerdings völlig ignoriert ist die Tatsache, dass Christiano Ronaldo [1],[2] vielleicht einer der Gründe dafür gewesen sein könnte. Könnte doch immerhin sein – oder?
Statt dessen gibt er pflichtschuldigst dem verkorksten männlichen Selbstverständnis einen ordentlich Tritt in’s Gemächte. Frauen, die was vom Fußball verstehen, vielleicht sogar die Abseitsregel können. Das, gibt er zu verstehen, haben die Protagonisten des Altherrenwitzes, wie beispielsweise Waldemar Hartmann, noch überhaupt nicht gerafft.
Man muss nur mal Béla Réthy und Steffen Simon zuhören, um zu wissen, dass jeder Idiot dieses Spiel verstehen kann. (Althen, FAZ)
Moderatoren von Weltmeister- oder Euromeisterschaften haben es aber auch schwer. Sie werden insbesondere von den Kollegen der schreibenden Zunft ganz flott mal zu Idioten abgestempelt. Schlimm, dass viele Zuschauer/innen diese Prädikate sehr gern übernehmen. Bei irgendeiner Jahre zurückliegenden WM stellte man in einer Tageszeitung schon die Frage, wer verhindern könne, dass “XY” das Finale moderiert.
Persönlich glaube ich ja, dass die Moderation eines Fußballspieles, besonders am TV, ganz schön schwierig ist. Und, jetzt mal ehrlich: Glaubt wirklich einer, dass wir Werner Hansch mit seiner aufgeregten, lauten und sehr emotionalen Art, überleben würden, wenn es wirklich eng wird? Ich meine, in einem richtig spannenden Spiel, in dem es um mehr geht, als um ein paar Punkte in der Bundesliga? Gut, der gehört ja auch irgendwie zu der Gattung von Altherren, die Althen wohl gemeint hatte.
Der Kommentar von Michael Althen ist schön und witzig, aber er ist doch unzutreffend. Die fußballinteressierten Frauen (doch ich kenne auch eine Menge) sind nicht deshalb am Fußball interessiert, weil sie diesen Sport so toll finden. Insofern hat sich, lieber Herr Althen, seit 1996 so viel auch nicht geändert, sondern es ist wohl eher so, dass sie, die Mädels, vor zwei Jahren gesehen und gelernt haben, welch wunderbar emotional überdrehten Feten sich nach einem gewonnen Fußballspiel so abfeiern lassen. Da steckt was drin. Ein unerhörtes Potenzial. Es treibt die Männer, sogar an der Glotze, zu emotionalen Höchstleistungen. Wer auf dieser Welle reitet, der… Mit einem Wort: Alles Berechnung. Typisch Frau eben.












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