Die Recherche wird wohl gründlich gemacht worden und an den Ergebnissen nichts zu beanstanden sein. Irgendwie passt dieser Beitrag ganz ausgezeichnet in unsere derzeitige Stimmungslage.

Es ist jetzt einfach an der Zeit, auch die zu demontieren, von denen wir bisher geglaubt haben, sie hätten den Nazis widerstanden und wären “Männer von Ehre” gewesen. Wie naiv!

Zu dieser Sendung passt das, wie die Faust aufs Auge. Nicht einer der Beiträge vermittelt so etwas wie einen Lichtblick für unser Land. Es ist alles so abgrundtief schlecht. Ein Ausweg aus dem Desaster ist nicht erkennbar. Im Gegenteil. Wir rasen auf den Abgrund zu. Eigentlich sollten wir uns (um im Bild zu bleiben) am besten erschießen. Solche Sendung verstärken vermutlich die Tendenz zum Suizid. Die (deutsche) Welt ist ja so schlecht. Aber solche Sendungen kriegen gern einen Preis für investigativen Journalismus. Bravo!


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4 Antworten : “Deutscher “Widerstand”: Hitler gefolgt, solange er Erfolg hatte”

  1. Das die Militärs im Dritten Reich Hitler nur deshalb beseitigen wollten, das der Krieg nicht verloren geht, war doch schon länger klar. Sonderlich bewundert habe ich diese Männer nie und den Hype, der in den letzten Jahren um sie herum entstanden ist, habe ich auch nie so recht verstanden.

    Dabei gibt es doch so viele, die sich aktiv gegen Hitler und/oder das Nazi-Regime gewehrt haben und die viel besser als Vorbilder dienen. Da wären die jungen Leute der weißen Rose, die Edelweiß-Piraten, die Teilnehmer des Mössinger Generalstreiks oder auch einzelne tapfere Menschen wie Georg Elser.

    Allerdings stimmt es schon, Frontal 21 malt gerne eine düstere Zukunft. Aber schließlich wollen sich die Leute ja aufregen, für harmonische Momente des Glücks geht man dann doch in den neuen Disney-Film.

  2. Ich finde es kritisch, wenn man nach so langer Zeit, die Beweggründe für die eine oder andere Handlung von Menschen zu begründen versucht. Vielleicht ist die kritische Haltung richtig. Es gibt viele Hinweise in diese Richtung. Aber wie heißt es doch: “Der von euch ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein”. Passt vielleicht nicht ganz. Aber Ecki, du weißt bestimmt, was ich damit meine.

  3. Ich denke schon. Ich weiß auch nicht, ob ich wenn ich damals gelebt hätte, mich am Widerstand (muss ja nicht gewaltsam oder aktiv sein) beteiligt hätte. Das kommt ja auch darauf an, wie alt ich damals gewesen wäre, welchen Beruf oder welche Position ich gehabt hätte.

    Klar, das ist alles Spekulation und ich kann nur versuchen, mich in die Gegebenheiten hinein zu versetzen. Aber wissen werde ich es nie.
    Ich kann aber heute für mich Urteile fällen, die vielleicht nicht allgemein gültig sind und bestimmt auch von vielen Menschen anders gesehen werden. Die Generäle und andere hohe Offiziere der Wehrmacht werden für mich einfach nie Vorbilder sein, da sie zu lange an einem grausamen, verbrecherischen Krieg mitgewirkt haben. Und diese Mitwirkung raubt ihnen in meinen Augen jeden Respekt, so wie sie den Respekt vor der Menschlichkeit verloren hatten.

  4. Vorbilder werden diese Leute auch für mich nicht sein. Soweit würde ich wirklich nicht gehen. Aber ich habe mit früher mit meinem Vater und mit meinem Schwiegervater, die beide im Krieg gewesen sind, viel über diese Dinge gesprochen. Mein Vater hat beispielsweise nie in irgendeiner Weise Stauffenberg oder andere Leute des 20.7. besonders erwähnt. Für ihn oder für meinen Schwiegervater waren die Leute eher Verräter als Helden. Mag komisch sein, ist aber vielleicht auch irgendwie verständlich. Auf der anderen Seite hat z.B. mein Vater stark kritisiert, wie beim Rückzug der Wehrmacht die armseeligen Behausungen der Russen systematisch abgebrannt wurden und die alten Leute, Frauen und Kinder im russischen Winter ohne Dach über dem Kopf dastanden. Diese Befehle hat beispielsweise einer der “Verantwortlichen” des 20.7. persönlich mit zu verantworten gehabt. Treskow war auch verantwortlich. Jörg Schönbohm hat zu den Motiven Treskows mal was interessantes geschrieben. Aber klar, der war auch mal Berufssoldat.