Konkurrenz um Arbeitsplätze

Ich finde, dass wir mit der Anwerbung von hochqualifizierten Ausländern ein fatales Signal an die Migranten in Deutschland richten, die sich schwer tun, sich in diese Gesellschaft integrieren. So nach dem Motto: Euch brauchen wir nicht. Ihr seid ja unfähig oder unwillig, euch in unsere Gesellschaft zu integrieren”.

Was wollen wir wetten, was demnächst wieder auf der Tagesordnung steht? Richtig, der Druck auf den Arbeitsmarkt wird wieder wachsen. Es wird bestimmt wieder mehr Arbeitslose geben. Vielleicht sogar in einem viel größeren Umfang, als wir uns das heute vorstellen können. Mal abwarten, was hier passiert, wenn die Automobilkonzerne aufgrund der Kosten für Treibstoffe in einem heute noch nicht absehbaren Umfang Absatzprobleme bekommen. Das könnte katastrophale Dimensionen annehmen.

Da frage ich mich, wer die Leute eigentlich sind, die Billigarbeiter aus osteuropäischen Ländern anwerben, um dann die deutschen Arbeitnehmer aufgrund der viel “günstigeren Löhne” (sagen wir ruhig Sklavenlöhne) für die angeworbenen Osteuropäer zu zahlen sind, entlassen? Wenn ich das bisher richtig verfolgt habe, sind das ja alles nur die schwarzen Schafe unter den Unternehmern. Ausnahmen also. Nee, is klar. Nur so ein Gedanke, weil es doch auch in Deutschland so viele Menschen gibt, die für’n Appel und ein Ei arbeiten gehen würden. Allerdings, soviel ist klar, nicht ohne zu meckern oder diese Ausbeuterei klaglos hinzunehmen.

Wir reden im Moment wieder einmal über hochqualifizierte Ausländer, die wir für unsere Volkswirtschaft so dringend brauche. Dass wir, je nach Betrachtung, über 5 Mio. Arbeitslose in Deutschland haben, scheint denjenigen, die sich für solche Rekrutierungsmaßnahmen einsetzen, nicht viel Eindruck zu machen.

Viele Leute verstehen das nicht. Ich auch nicht, und ich kann nicht begreifen, dass man nicht an einem anderen Ende ansetzt. Nämlich bei den vielen Migranten mit problematischem Bildungsstatus. Denen sollte endlich ermöglicht werden, sich durch gute Bildung in diese Gesellschaft zu integrieren. Das ist zwar immer wieder Gegenstand von Sonntagsreden unserer Politikerinnen und Politikern, aber die Sache scheint nicht gut voranzukommen.

Dass gern genommene Argument, dass viele der Migranten das selbst nicht wirklich wollen bzw. sich lieber mit Hartz-IV-Leistungen einrichten, halte ich für ein schlimmes Vorurteil. Mit einem solchen Balast sollen wir auch Probleme damit haben, diejenigen Ausländer ins Land holen werden, die man nun offenbar gern hier sehen würde.

Kommentare

  1. Franken meint:

    Wenn ich mir ansehe wieviele Leute an den Unis aus finanziellen Gründen aufgeben , oder
    so einfach nimmer zurechtkommen ist das schon ne ziemliche farce.

    War neulich erst wieder bei den neuen im Studiengang Chemie , über die hälfte brechen ihr Studium ab , die meisten sagen “kein Geld” andere sind überfordert von den neuen Bachelor Studiengängen.
    Ich bin z.B noch im Diplom aber die Bachelor Leute müssen den selben Inhalt innerhalb kürzerer Zeit lernen. Dazu wurden zumindest in Bayern noch die Studienordnungen verschärft.
    zB geschriebene Prüfungen müssen im nächsten Semester wiederholt werden,falls
    sie nicht bestanden sind. Dumm nur das erst in 2 Semestern die Vorlesung wieder
    angeboten wid. Also werds nicht beim erstenmal aus welchen Gründen auch
    immer die Prüfung net besteht hat da nen echtes Problem.

    Die Qualität für die Ausbildung der Menschen in Deutschland nimmt immer weiter ab,
    die finanziellen & sozialen Hürden werden immer höher gelegt usw.
    Da braucht man sich dann auch nicht über Fachkräftemangel wundern.

  2. Horst Schulte meint:

    @Franken: Ich finde, dieser krasse Widerspruch der Politik sollte mehr thematisiert werden. Man kann nicht in Sonntagsreden von gerechten Bildungschancen sprechen und dann genau das Gegenteil tun. Die Studiengebühren sind kontraproduktiv und verstärken ganz sicher, da bin ich absolut deiner Meinung, die Probleme, die sich durch den später bestimmt noch entwickelnden Fachkräftmangel entwickeln werden.

  3. nuFFi meint:

    @horst

    ..und ich dachte das wäre sinn und zweck der sonntagsreden: besänftigung des gemeinen mobs, auch volk genannt :P

  4. Horst Schulte meint:

    Nun ja, in Wahrheit wurde die ganze Geschichte ja heiß diskutiert. Leider kamen aus meiner Sicht nur die falschen Ergebnisse heraus. In Hessen wurde das jetzt wiedergedreht. Allerdings wohl ohne ausdrückliche Zustimmung der letzten großen Volkspartei. :mrgreen_wp: