Sie werfen uns vor, wir seien dekadent, unmoralisch und verkommen. Dabei gibt es offenkundig in ihren Kreisen viele Leute, die wirklich tickende Zeitbomben sind. Zum Beispiel der Iraker, der in Trier seine 17jährige Schwester mit einem Pflasterstein fast getötet hat, weil er glaubte, die Familienehre verteidigen zu müssen.
Welche Gefühle habe ich, wenn ich lese, was die Männer, die des Terrorismus überführt und gerade verurteilt wurden, sich vor einem deutschen Gericht erlaubt haben? Es sind Iraker, die laut der Süddeutschen Zeitung schon längere Zeit in Deutschland leben. Sie hassen offenbar uns und unser Land. So, wie sie sich benehmen, könnte es sein, dass sie auch sich selbst hassen. Wer weiß das schon, mit welchen Gestörten wir es hier zu tun haben? Von dem Prozess haben wir wenig mitbekommen. Sie waren beschuldigt, vor zwei Jahren in Berlin ein Attentat auf den damaligen irakischen Präsidenten Allawi geplant zu haben.
Die Reporterin der Süddeutschen Zeitung schreibt in ihrem Beitrag zu diesem Prozess folgendes:
Im Terrorprozess von Stuttgart wurde der Rechtsstaat von den Angeklagten zum Gespött gemacht. Zwei Jahre lang durfte vor allem Rafik Y. die Vorsitzende Richterin beschimpfen, die Staatsanwältinnen bedrohen, die Justizwachtmeister angreifen. Kaum jemand hat davon Notiz genommen.
Nun rege ich mich auf, wenn ich vom “Benehmen” der Angeklagten lese. Ok, sie wurden zu hohen Gefängnisstrafen verurteilt. Und danach werden sie, was sonst, aus Deutschland ausgewiesen. Wir werden mit unseren demokratischen Mitteln mit solchen Leuten nie überein kommen. Sie werden nie so etwas wie Schuld oder Reue empfinden. Sie sind fanatische Mörder, die man hart bestrafen muss. Und auch das wird an ihrer Einstellung vermutlich überhaupt nichts ändern. Die Mittel unserer zivilisierten Gesellschaft sind für diese Leute nicht abschreckend.
Wenn man liest, wie sie den Frauen im Gerichtssaal begegnet sind, wirft das ein merkwürdiges Licht auf unsere Versuche, dem Islam mit Toleranz oder Nachsicht zu begegnen. Das Gegenteil wäre richtig. Wir müssen in unseren Positionen klarer werden und das klare Signal geben, dass unsere Wert diejenigen sind, die nicht nur hier gelten. Unsere Werte sind die, die es sich zu verteidigen lohnt. Das sind Werte einer Zivilisation, die auf gegenseitige Achtung und auf Pluralismus fußen. Die “Werte” dieser Leute sind damit schlicht unvereinbar!




{ 5 Kommentare }
Das sind doch nichts als einzelne Wirrköpfe. Was hat das mit “unserem Verhalten” gegenüber “dem Islam” zu tun?
Von solchen Irren lass ich doch nicht mein Verhalten gegenüber meiner libanesischen Nachbarn versauen. Die sind nämlich nett und zuvorkommend und über Religion unterhalten wir uns kaum.
Ich zitiere dich:
Sorry, aber die Schlußfolgerung ist einfach nur inkonsequent bzw. trifft auf jede Religion zu. Das sind fundamentalistische Freaks, die es in jeglichen Weltreligionen gibt, schau nur mal die Freaks in den USA an. Und auch hier in Deutschland gibt es zunehmend christliche Sekten, deren Einstellung auch nicht sonderlich weltoffen ist. Zur Militanz braucht es dann nur noch einen verwirrten Geist.
Ein merkwürdiges Licht deshalb, weil wir gegenüber diesen Extremisten zuviel Nachsicht walten lassen. Das hat nichts damit zu tun, dass ich pauschalieren will. Im Gegenteil. Ich möchte, dass wir weiter miteinander leben können. Die Frage ist, ob uns das gelingt, wenn wir solche Fälle, die es nicht selten gibt, nicht in der Weise kritisieren, wie das nötig ist. Militante Christen gibt es auch. Keine Frage. Für die habe ich ebenso wenig Sympathie. Aber zurück zu diesem Prozess: Was denkst du, wenn du solche Dinge liest? Lässt dich das kalt? Auf ein solches Verhalten muss eine Gesellschaft eine Antwort haben. Ich glaube, dass ist sehr nötig.
Hat sie doch. Eine rechtsstaatliche, die gegen alles vorgeht, was strafrechtlich relevant ist (Beleidigungen z.B., wenn sie angezeigt werden). Was wäre denn eine “Antwort” in deinem Sinne? Etwa eine moralisch befriedigende “Vergeltung” für die Ehrverletzung der beschimpften Frauen? Durch Auspeitschen der unverschämten Kerle?
(Ich finde auch, es wirkt sehr pauschalisierend, in einem Text immer von “sie” zu sprechen und damit dann in einem Aufwasch Mörder, Terroristen und “den Islam” zu bezeichnen. Mag sein, dass es nicht so gemeint ist, aber durch diese Formulierung kommt es einfach so an, als wäre das für Dich ein- und dasselbe.)
@Cohu: Ich stimme dir zu. Es ist kritisch, sich so zu äußern. Ich habe mich, das ist im Blog wahrscheinlich sogar ganz gut zu verfolgen, in dieser Beziehung um eine differenzierte Darstellung bemüht. Beim Lesen des Artikels in der Süddeutschen Zeitung und auch durch den Eindruck des Trierer Gewaltaktes habe ich das hier unterlassen. Ich bin eben auch nur ein Mensch. Dazu einer, den man an anderer Stelle gern als Gutmenschen abqualifiziert und zwar deshalb, weil ich mich bemühe, die Dinge möglichst differenziert zu sehen.
Wenn ich von “diese Leute” oder “sie” schreibe meine ich nicht alle Muslima und Muslime. Ich meine die, die sich durch solche Äußerungen oder durch entsprechende Handlungen disqualifizieren. Wenn das nicht richtig “rüber kam” tut mir das leid.
Andererseits komme ich immer mehr zu der Überzeugung, dass wir unsere Positionen deutlicher vertreten müssen. Das man dabei (leider) u.U. anderen Leuten auf die Füsse steigt, ist schade aber dann vielleicht auch nicht zu vermeiden. Schließlich sind wir ja keine Politiker.
Huch! Ich bin ganz erstaunt, solche Worte von dir zu lesen, halte den Vorbehalt gegenüber dem Islam aber für korrekt. Um auf Ecki einzugehen: du musst zwischen den “netten Libanesen von nebenan”, die mitten unter Deutschen (und anderen) leben und sich hier integrieren wollen, und den Ghetto-Muslimen unterscheiden. Qua Islam ist deren Gesellschaftsauffassung absolut inkompatibel mit unserer, zusätzlich werden sie oft noch von der intelligenteren Schicht a la Milli Görüs aufgepeitscht. Und wie liberal der Libanese wirklich ist, wird sich auch erst zeigen, wenn dein Sohn mit seiner Tochter ausgehen will.
Die Kommentare für diesen Artikel sind leider geschlossen.