Viele Menschen lieben einfache Botschaften. Und viele haben bisher auch noch nicht viel mehr von Obama gehört – hier in Deutschland. Oder?
Und doch ist dieser schlichte Satz vielleicht der Hauptgrund dafür, dass Barack Obama in Deutschland so populär ist. In einer Umfrage, die ich bei SpOn gelesen habe, halten 76% der Deutschen Obama, verglichen mit McCain, für den besseren Kandidaten.
Zeigt das nicht vielleicht auch, wie leicht wir es uns mit Beurteilungen und politischen Entscheidungen machen? Wir wählen aber schließlich auch keinen Präsidenten, sondern wir werden damit “abgespeist”, die von den politischen Parteien aufgestellten Kandidatinnen oder Kandidaten unseres Wahlkreises zu wählen. Demokratie auf kleiner Flamme eben.
Gleich spricht Obama in Berlin. Das deutsche Fernsehen (ARD) ist dabei und übertreibtägt – live. Bestimmte wäre McCain diese Beachtung nicht geschenkt worden wäre? Aber er wir ja vielleicht bald ebenfalls Europa und auch die deutsche Hauptstadt besuchen. Ich kann es mir nicht vorstellen, dass ggf. ein vergleichbarer Aufwand getrieben würde.
Ich glaube, wir Deutsche sind wirklich überwiegend krasse Romantiker. Leute, die es ganz prima finden und vielleicht sogar ein bisschen bei dem Gedanken gerührt sind, dass es nun erstmals in der Geschichte der USA im Bereich des Möglichen liegt, dass ein Schwarzer Präsident wird.
Und umso enttäuschter werden wir sein, wenn wir später feststellen sollten, dass sich die amerikanische Politik keineswegs so grundlegend ändern wird, wie wir uns das in unserer verklärten Haltung vielleicht wünschen.












Ich traue Obama den angekündigten Change durch aus zu. Er wäre zumindest ein Präsident, der noch Wurzeln in der normalen Bevölkerung hat. Auch glaube ich, versteht er andere Kulturen eher als ein McCain.
McCain möchte in vielen Themen in der Richtung weitergehen, wie es Bush gemacht hat. Und was dieser Herr dem Weltfrieden angetan hat, wissen wir ja alle selbst. Nein, ich glaube, die Sehnsucht nach Obama hat seine berechtigten Gründe.
Zitat StoiBär ↑:
Das glaube ich auch. Aber setzen wir bei dieser Sehnsucht auf den richtigen Mann? Das werden wir erst viel später wissen.
Vielleicht ist’s auch nur die Sehnsucht nach einer ähnlich charismatischen Figur in der deutschen Politik…
@Stadtneurotiker: Wie, wir haben doch Beck!
@Horst: Sicherlich wird auch ein Obama primär amerikanische Interessen verfolgen und nicht deutsche. Da sich aber die Frage nur zwischen Obama und McCain stellt, dürfte die Antwort eindeutig sein, wer der Bessere sein wird.Ihm traue ich zumindest zu, dass er der Welt wieder ein wenig mehr Frieden bringt, auch wenn er gestern aus Wahlkampftaktik ein wenig den Weltpolizisten spielte.
@Stoibär: Mir hat die Rede ebenfalls Eindruck gemacht. Vor allem war ich überrascht von der charismatischen Ausstrahlung. Die kurzen Auftritte, die ich bisher von Obama gesehen habe, haben dieses Gefühl nicht hervorgerufen. Ich würde mir wünschen, dass die Hoffnungen nicht enttäuscht werden. Kritisch muss ich anmerken, dass allein die Optik sehr viel zu bestimmen scheint. McCain hat gegen diesen Mann in meinen Augen keine Chance. Aber das Bild ist schon sehr oberflächlich geprägt. Da kann ich mich persönlich nicht ausnehmen. Die Dinge, die McCain sagt sind durchaus nicht so, dass man ihn mit Bush in “einen Topf werfen” kann. Mit Sicherheit ist er viel klüger als Bush.
In Amerika ist der Auftritt Obamas in Deutschland Hauptthema in den Nachrichten gewesen. Damit hat Obama sein Ziel erreicht. Er ist präsent, präsenter hätte man ja eigentlich gar nicht sein können. McCain hatte in dieser Woche das Nachsehen. Ich bin echt gespannt, wie das in den USA weitergehen wird.
Wir sind uns einig darin, dass wir uns Obama als nächsten Präsidenten der USA wünschen. Erst viel später werden wir feststellen, sollte er es denn wirklich werden, ob wir nicht zuviel erwartet haben.
Ich bevorzuge Ludwig Beck…