Sowas finden viele bestimmt witzig. Ich habe mich darüber geärgert. SpoN greift das Thema der gestrigen 1. Maischberger – Sendung nach der Sommerpause auf und übertitelt die “Geschichte” in populärer despektierlicher Weise: “Aggression des Westens im ARD-Ältestenrat.
Der Autor des SpOn – Artikels schreckt nicht einmal vor wirklichen Unwahrheiten zurück. So hält er Maischberger vor, sie habe nicht eingegriffen, als der Vergleich mit dem Kosovo angesprochen wurde. Alle Teilnehmer haben in Wahrheit genau darauf hingewiesen, dass nämlich dieser Vergleich so nicht zu ziehen sei und auch erklärt, weshalb das so ist.
Maischberger lässt das meist laufen – sie hat als Stamm-Interviewerin von Altkanzler Helmut Schmidt Erfahrung mit dem Rat der Alten.
Welt: Maischberger und der Nutzen eines Kalten Krieges
SpOn: Aggression des Westens im ARD-Ältestenrat
Was für eine blöde und unverschämte Bemerkung, die einmal mehr wohl einem “seriösen Journalisten” zugeschrieben werden darf. Unglaublicherweise gibt es doch tatsächlich immer noch Journalisten, die es ihren Gesprächspartnern auch mal erlauben, einen Gedanken zu Ende zu bringen, ohne lautstark und häufig ohne Bezug zum vorher Gesagten dazwischenzuquatschen.
Ich fand diese Sendung sehr interessant. Das mag auch daran liegen, dass ich erfahrenen Menschen gerne zuhöre. Ich kann dabei immer etwas lernen.
Viele Aspekte wurden angesprochen. Soweit man es unseren uniformen Presseberichten richtig entnimmt, läuft es darauf hinaus, dass Russland die Zeit gekommen sieht, die eigenen Interessen nach Jahren in der ihm gebührenden Weise wieder wahrzunehmen.
Dabei hat das Unvermögen des Westens, namentlich der NATO, eine wichtige Rolle gespielt. Hätte man nämlich gleich nach dem Zusammenbruch des “Warschauer Paktes”, wie Krone-Schmalz es kritisch angemerkt hat, die Chance ergriffen, eine neue Sicherheitsarchitektur für Europa gemeinsam mit den Russen zu erarbeiten, wäre uns diese Konfrontation ja vielleicht sogar erspart geblieben. Das aber hat man unterlassen, weil man die Russen gern so gesehen hat. Schwach und vielleicht sogar ein bisschen am Ende. Die Zeiten ändern sich.
Hoffentlich wird der Preis nicht zu hoch sein, den wir alle am Ende dieser in verbaler Hinsicht regelrecht wilden und wirklich besorgniserregenden Entwicklung dafür zu zahlen haben.
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Habe die Sendung nicht gesehen, werde ich aber nachholen. Als Unversämtheit empfinde ich allerdings den zitierten Satz nicht.
Was mich aber enttäuscht ist die Belanglosigkeit des ganzen SpOn-Artikels. Das ist weiß Gott keine journalistische Meisterleistung sondern eher das Protokoll einer Sekretärin.
@StoiBär: Genau, ich empfand den SpOn – Artikel auch als belanglos. Und dann kritisiert der Autor die Sendung, die für meine Begriffe interessant war. Ich habe mich übrigens darüber gefreut, dass Genscher, der doch eigentlich gewöhnlich die Ruhe in Person ist, darin einigermaßen aufgeregt war. Emotional beteiligt sozusagen. Das empfand ich sehr sympathisch. Außerdem hatte das was er sagte, schon ein Gewicht. Das würde ich aber auch den anderen Gesprächsteilnehmern (allen) bescheinigen wollen. Aber schau selbst.