Politisches Kurzzeitgedächtnis hilft Koch – mal wieder
Im Januar 2008 sahen 31 % der Hessen Jugendkriminalität als das größte Problem des Landes an. Kochs “Wahlkampftaktik” hatte also offenbar ihre Wirkung nicht verfehlt. Heute spielt dieses Thema gerade für 5 % der Wähler noch eine Rolle.
An die Stelle dieses brandheißen Themas ist nun (ebenfalls mit 31 %) die Bildungspolitik getreten. Diesen Wechsel der Prioritäten könnte man, wenn man wohlwollend sein möchte, mit der Einsicht der Leute begründen, dass Bildung eine, wenn nicht die wichtigste Voraussetzung dafür ist, Jugendkriminalität wirksam zu bekämpfen. Aber glaubt das wirklich jemand?
Eine andere Sache wurde innerhalb der zugrunde liegenden Forsa-Umfrage ebenfalls herausgefunden: 71 % der Befragten sind mit den Leistungen der SPD unter Ypsilanti unzufrieden. Wie mögen sich die Leute ihr Urteil wohl gebildet haben? Nee, ich wills gar nicht wissen!
Die Hessen halten Koch für machtbewusster, eitler und intriganter. Gleichzeitig messen sie ihm jedoch die höhere Kompetenz und mehr Glaubwürdigkeit zu.
Sicher ist wohl, dass bei einer erneuten Wahl, Ypsilanti und die SPD gnadenlos baden gehen würden. Nur unter dieser Voraussetzung kann man auch verstehen, auch wenn man es nicht richtig findet, weshalb Ypsilanti einen neuen Versuch mit den Linken wagt. Sie weiß, dass dieser Versuch auf jedenfalls ihre letzte Chance ist, politisch zu überleben.
Hinzu käme nach unseren heutigen Erkenntnissen vielleicht noch der Hauch des Gedankens, der ihr Vorgehen zudem noch verständlicher erscheinen lässt: Wenn das Thema Jugendkriminalität allen so am Herzen liegt und innerhalb von nicht mal acht Monaten auf der Agenda der Bevölkerung keine Rolle mehr spielt, könnte das mit der Diskussion um die Zusammenarbeit mit der Linken vielleicht auch ja auch klappen.
Update: Nov 27, 2008


giesie
Ich weiß nicht, was die SPD hier für ein Spielchen spielt. Eins weiß ich aber sicher, das Spiel wird die SPD verlieren.
Vorschlag zur Güte: Der Linksflügel wechselt zur Linken und der Rechtsflügel zur CDU. Dann hätte die Linkspartei die Kompetenz, die sie brauch um Politik zu machen.