Ralph Giordano zu Rassismus und Islam

Für mich ist auch diese Spezies kein Bundesgenosse in der großen Auseinandersetzung zwischen dem judäo-christlichen und dem islamischen Kulturkreis, künftiges Problem Nummer eins der deutschen Innenpolitik, und ein Konflikt, der weit hinausgeht über den Streit um sakrale Großbauten – nämlich um die kulturelle Selbstbehauptung Europas. Nicht die Moschee, der Islam ist das Problem! Er steht auf dem Prüfstand der Geschichte, er hat einen Nachweis zu führen, den es bis heute nicht gibt: die Vereinbarkeit von Islam und Demokratie, Meinungsfreiheit, Pluralismus, vor allem aber von Islam und Gleichstellung der Frau. In dieser Auseinandersetzung auf deutschem Boden bleiben Grundgesetz und westliche Werte die großen Leuchttürme humaner Orientierung. Was sie bescheinen, ist nicht verhandelbar. (Hervorhebung durch mich)

Weshalb fallen Giordano die richtigen, unseren Politikern aber meist die falschen Worte im Umgang mit dem generellen Konflikt ein?

Quelle: Welt Online


Kommentare

  1. Boris meint:

    Aus der Sichtweise Giordanos, die wahrhaft keine nicht-religiöse ist, stehen Judentum und Christentum ebenso auf dem Prüfstand der Geschichte. Tun sie es nicht, wäre seine Sicht bloß ausgrenzend aus privatem religiösem Ressentiment.

    Nur die strikte Trennung von Religion und gesellschaftlicher Verfassung (Staat) gewährleistet, wenn überhaupt, Demokratie.

    Und wenn ich mir Orthodoxe wie Ultra-Orthodoxe und ihren Einfluss in Israel anschaue sowie reaktionären Katholizismus in Europa und evangelikalen Fundamentalismus in den USA, dann hat wahrlich nicht nur der Islam “einen Nachweis zu führen”, was Demokratie und Freiheit angeht.

    Wie ich sagte, der Herr Giordano publiziert mir schlicht zuviel und zu offensichtlich aus rein religiösem Ressentiment heraus.

  2. Horst Schulte meint:

    Du kannst an der einen oder anderen Bemerkung gerade zu Giordanos Äußerungen der letzten Zeit auch meine kritische Haltung ablesen. In diesem Fall fand ich seine Klarstellung insbesondere, was die “Verbindung” zu ProKöln anlangt, sehr gut.