Keine Angst und Feindseligkeit gegen den Islam?

Welt-Online beschreibt heute eine Studie der Bertelsmann-Stiftung. Dort heißt es u.a.:

Wie wichtig die Religion für die Absicherung des persönlichen Lebensweges sind, zeigt sich auch daran, dass jeweils mehr als die Hälfte der befragten Muslime dem Glauben eine zentrale Bedeutung bei der Kindererziehung, im Familienleben sowie bei Krankheiten und in Lebenskrisen zumessen. Doch für die Sexualität spielt die Religion nur bei 36 Prozent eine entscheidende Rolle. Für die politische Einstellung gar nur bei 16 Prozent.

Damit erweisen sich verbreitete Ängste vor der politischen Bedrohung durch „den“ Islam als überzogen.

Das ist ja eine wirklich dolle Schlussfolgerung. Als ob die aufgezählten Punkte quasi ausschließen könnten, dass man sich darüber hinaus nicht auch mit der Planung und Durchführung von Gewalttaten gegen Andersgläubige befassen könnte. Mit solchen Studien Erkenntnissen werden wir die zunehmende Aversion gegen gewalttätige oder gewaltbereite Muslime wohl auch nicht abbauen.

Es gibt Leute, die Datenbanken mit gewalttätigen Übergriffen von Muslimen pflegen und diese im Netz veröffentlichen. Keiner wird so ohne weiteres dazu in der Lage sein, die Richtigkeit einer solchen Datensammlung zu widerlegen. Mir ist der Anlass und die offenkundige Absicht dieses Handels wirklich zuwider. Die Verharmlosung des Konfliktes, der, wie sich ja auch vergangene Woche in Köln gezeigt hat, inzwischen eine Menge Menschen mobilisiert, bringt uns aber ebenso wenig  weiter.

Zum Welt-Online – Bericht kann man sich die Leserbriefe mal durchlesen. Schnell wird klar, wie viele Leute ziemlich radikal über das Thema denken. Das ist nicht gut. Und ich finde nicht, dass die Lösung des Problems von Politikern kommen muss. Alle, die sich an diesen Debatten beteiligen sind längst Teil des Problems geworden, weil sich die Standpunkte radikalisiert haben.


Kommentare

  1. Gilbert meint:

    Für Leute, die die Kurzform lieben: “Keiner hört dem anderen wirklich mal zu”.

    Ich glaube, das trifft so ziemlich deine Aussage, Horst, oder?

    Gilberts letzter Blogeintrag Köln, 3 Tage später

  2. Horst Schulte meint:

    @Gilbert: Exakt, das denke ich.