Ich bin wütend und frustriert, dass eine Hand voll Linksextremer aus schierer Prügelwut den friedlichen, kreativen Protest von so vielen kaputt macht. Tausende Menschen, bunt gemischt, die auf dem Roncalliplatz die Reden beklatschen. Gentleman, Brings und BAP, die gegen die Rechtsradikalen ansingen. Junge Leute, die friedlich vor den Hundertschaften der Polizei stehen und alle Wege zum Heumarkt blockieren. Wir hätten das auch ohne Gewalt geschafft, da bin ich mir ganz sicher.
Das Schlimmste aber ist, dass die Linksautonomen „Pro Köln“ nur Sympathien zuspielen. Denn wenn Menschen, denen Recht und Ordnung wichtig ist, nur den Eindruck zurückbehalten, dass eine angemeldete Kundgebung an gewalttätigen Idioten gescheitert ist, dann folgt daraus im Umkehrschluss ganz schnell: So schlimm wie diese Linken sind die Leute von „Pro Köln“ ja wohl nicht. (Angela Sommersberg (21) im Kölner Stadt-Anzeiger von heute)
Das finde ich, ist ein guter Kommentar zu dem viel diskutierten Protest “der” Kölner und dem absoluten kontrapoduktiven Auftreten der linksautonomen Schläger am vergangenen Wochenende, das beispielsweise Broder als Vorwand für eine weitere “Abrechnung” mit Köln und seiner Bevölkerung diente.
In einem Interview mit Welt-Online meinte Broder folgendes:
Da wird mit ungleichem Maß gemessen. Und die Leute spüren das, ohne das erklären zu können. [...] Es ist viel einfacher, sich mit ein paar marginalen Radikalen anzulegen als mit einem relevanten Teil der Bevölkerung, von dem man weiß, dass er eine gewisse Affinität zu unkontrollierbarem Verhalten hat.
Klar, darüber muss man nachdenken und bestimmt liegt er, das zeigen auch die von ihm genannten Beispiele, damit nicht ganz falsch. Aber ist es nicht so, dass gerade weil wir es mit einem “relevanten Teil der Bevölkerung” zu tun haben, wir damit anders “umgehen” müssten? Dass versucht wird, die Semantik des Wortes Toleranz in zynischer Art und Weise umzudeuten, sollte uns zu denken geben. Damit meine ich nicht die Veralberung, die Broder in seinem weiter oben verlinkten Hassartikel auf Köln betrieben hat, sondern den Vorwurf derjenigen, die ich als Hetzer und Brandstifter bezeichne. Toleranz deuten sie um in Gleichgültigkeit oder Feigheit. Das sei die Wurzel des Übels. Eines wird aber in meinen Augen in vielen Diskussion allzu schnell übersehen. Der im erwähnten Interview von Broder beschriebene “relevante Teil der Bevölkerung” ist fester Bestandteil unserer Gesellschaft. Wir müssen uns auf gleicher Augenhöhe begegnen. Es braucht nicht viel Fantasie, um zu erahnen, wie sich die über 3 Mio. Muslime fühlen, wenn sie erleben, wie die Mehrheitsgesellschaft um den richtigen Weg ringt.
Aber wir wundern uns dann darüber, dass junge Männer, die, wie ich gelesen habe, aus muslimischen und liberalen familiären Verhältnissen stammen, abdrehen und sich womöglich selbst für den verkackten Dschihad rekrutieren, Polizisten überfallen und versuchen, sie zu töten, um an ihre Waffen zu kommen. Dann sind alle ganz furchtbar entsetzt und fragen uns, wie das passieren konnte. Die Gesellschaft dividiert sich weiter auseinander und irgendwie arbeiten alle kräftig daran mit. Ein richtiger Dialog kommt irgendwie nicht in Gang und die gegenseitigen Vorbehalte scheinen zuzunehmen.
So gibt beispielsweise Websites, die alle Infos über Gewalttaten von Muslimen sammeln, diese in Datenbanken speichern und/oder ihre “Beiträge” mit dem Zusatz “Islam ist Frieden” versehen. Ich wiederhole mich: Was mögen Leute von solchen “Aktivitäten” halten, die dieser Religion angehören und mit Gewalt aber auch nicht das Geringste zu tun haben? Also ganz normale Menschen wie du und ich.











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