Ein bisschen muss ich immer lachen, wenn ich sehe, wie wir Blogger/innen uns darüber ärgern, wenn in den Medien die Rede davon ist, wie schlecht es speziell um die deutsche Blogszene steht. Unglaubwürdig sind wir also. Einerseits finde ich, dass viele der Leute, die an Beiträgen zu diesem Thema arbeiten, zu wenig über das wissen, worüber sie sich ein Urteil erlauben, und andererseits finde ich, dass sie auch nicht so ganz falsch liegen. Ich mag jetzt keine Beispiele liefern, aber gerade bei politischen Blogs denke ich da an klar erkennbar Absichten. Ich will mich selbst dabei durchaus nicht ausschließen.

Ein solches Urteil hängt vielleicht auch davon ab, worüber gebloggt wird und natürlich wie man das tut. Der Stil, in dem man sich “auslässt” ist vielleicht entscheidend. Sich inhaltlich ein Urteil über ein Blog, das über Jahre betrieben wird, zu bilden wird nicht so ganz leicht sein. Da wird vielleicht sogar ein investigativer Premium-A-Sonderklasse-Journalisten leichte Probleme haben, weil es mittlerweile so furchtbar viele Blogs in Deutschland gibt. Deshalb gibt’s ja dann auch “Studien“, auf die sich der eine oder andere investigative Premium-A-Sonderklasse-Journalist gern bezieht. Studien beziehen sich nicht selten auch auf Auswertungen, die anhand von Umfragen (bei uns Bloggern) erstellt werden. Ich habe auch schon an mehreren solcher Umfragen teilgenommen.

Ich denke, dass die Kritik an Blogs zum Teil schon allein deshalb berechtigt ist, weil viele Blogger sich mit großartiger Recherche gar nicht abgeben. Sie sehen, lesen, hören was und schreiben ihre Meinung dazu auf. Manchmal vielleicht sogar etwas unreflektiert. Meinung eben. Das ist bei Journalisten natürlich ganz anders. Die beschränken sich stets auf bare Information. Und die ist selbstredend immer über jeden Zweifel erhaben.

Übrigens habe ich mal einen etablierten Journalisten sagen hören, dass er mit seinen Berichten reine Information liefere, die nicht darauf angelegt sei, Meinung zu machen. Nein, er bestritt ausdrücklich, mit seinen Beiträgen die Absicht zu haben, Menschen zu manipulieren. Das fand ich so abgrundtief unehrlich, dass ich es nicht vergessen habe, obwohl das bestimmt mehr als 20 Jahre zurückliegt.


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