Leute, die unseren Politikern sagen, was eigentlich abgeht, scheinen doch zu fehlen. Herr Jörgens vom “Stern” schimpfte heute massiv auf unsere Politiker und wies ihnen im heutigen ARD-Presseclub eine Teilverantwortung an der Bankenkrise zu. Einerseits ist seine Wut sehr verständlich, nur würde ich die Schuldigen in der Wirtschaft und ausnahmsweise mal nicht in der Politik suchen. Worauf soll sich Steinbrück denn verlassen, wenn nicht auf die Vorstände der HRE? Die haben ihn aber ganz offensichtlich nicht in die wahren Risiken des “Deals” eingeweiht, auf die er sich stellvertretend für uns alle eingelassen hat.
Branchenkreise erklärten dazu, es habe sich herausgestellt, dass eine Summe von 100 Milliarden Euro für 2009 nicht nötig sei, der Betrag von 50 Milliarden bis Ende 2008 sei “nicht ganz falsch”. (“Stern“)
Was soll man dazu noch sagen? Jetzt sind es auf einmal wieder “nur” 50 Milliarden. Und wie siehst dann am Montag aus oder, was wahrscheinlicher ist, am nächsten Wochenende?
Keiner weiß, was passieren würde, wenn man HRE Pleite gehen ließe. Ausprobieren will das auch niemand. Die möglichen Auswirkungen werden als verheerend eingeschätzt. Heute noch will man eine Entscheidung herbeiführen, damit morgen die Börsenkurse nicht einbrechen. Die Mädels und Jungs an den Börsen sind nämlich sehr sensibel. Wenn man sich überlegt, welche Spielchen an den Börsen gespielt werden, vor welchem Blödsinn wir uns also buchstäblich in die Hosen machen. Mir gehen einfach die qualifizierten “Statements” (“in diesem Kurs steckt viel Phantasie”) mancher dieser smarten Jüngelchen nicht aus dem Kopf, die uns die Welt der Hochfinanz erklären und die jetzt vermutlich doch bald (wie vielleicht viele von uns) ohne Job dastehen werden.
Wie kann es sein, dass die Vorstände der HRE offensichtlich überhaupt nicht wissen, was in ihrem eigenen Unternehmen vor sich geht. Oder müssen wir gar davon ausgehen, dass man versucht hat, unsere Politiker und uns zu belügen und zu betrügen? Zeitgewinn, mal gucken, wie lange wir das Ausmaß der Katastrophe noch unter der Decke halten können. Über Motive darf spekuliert werden. Ich kann mir so etwas zwar nicht vorstellen, aber das ist doch wirklich sehr seltsam. Und vor diesem Hintergrund empfinde ich es als absolute Frechheit, nun die Politiker mit Schuldzuweisungen zu überziehen.
Die Tochter der HRE, die Depfa, haut nach Irland ab. Sehr günstige Steuern und die dortige lasche Bankenaufsicht sind gewichtige Gründe. Natürlich lag das auch im Interesse der “Mutter”, der HRE. Jetzt kriegt die Depfa keine Kredite (kein frisches Geld) mehr und die deutschen Steuerzahler dürfen ins Obligo treten. Die Gründe dafür liegen auf dem Tisch. Verwerfungen im gesamten Finanzsystem sollen unbedingt verhindert werden. Wie meinte Ackermann noch vor nicht langer Zeit? Das Ende der Finanzkrise sei absehbar. Inzwischen fordert er, der ehemalige Investmentbanker staatliche Unterstützung. Wie schnell sich doch die Zeiten ändern…
Die Märkte wurden beruhigt - und jetzt?








Die Story wiederholt sich, guckst du ->hier.
Ich bin dafür, für solche Manager das ->Säcken wiedereinzuführen – allerdings ohne ins Wasser werfen.