Die Ansage des Papstes zur Finanzkrise hat mich schon etwas amüsiert. Vermutlich war ich damit auch nicht allein. Im Grunde besteht aber dafür gar kein Anlass. Denn er hat auch nach meiner Überzeugung Recht, wenn er feststellt, dass allein das Wort Gottes Bestand hat.
Die deutsche Opposition macht es sich ganz einfach. Sie hält der Regierung Dilettantismus vor. In erster Linie geht das wohl gegen Peer Steinbrück. Und das deshalb, weil er von den Bankern der “Hypo Real Estate” nicht richtig informiert worden ist. Natürlich dürfen wir sicher sein, dass dies Herrn Westerwelle auf gar keinen Fall passiert wäre.
Auch hätte es unter Otto Graf Lambsdorff nie und nimmer die Situation gegeben, dass unser Staat sich so mangelhaft gegen die Wirtschaft und ihre Vertreter auf allen Funktionärsebenen zur Wehr gesetzt hätte. Mit der FDP hätten wir ein Regelwerk vom Feinsten. Eines natürlich, das der Wirtschaft Luft zum Atem gelassen und, nicht zu vergessen, der Bevölkerung die leid- und frustvolle Erfahrung der vergangenen Jahre erspart hätte. Die Mehrheit der Menschen in unserem Lande empfände nicht diese starken Phantomschmerzen aufgrund der erst irgendwann ab 1998 abhanden gekommenen sozialen Gerechtigkeit. Alles wäre bestimmt ganz anders.
Auch die Grünen beeilen sich in Gestalt eines ihrer Vorturner (Kuhn) staatliche Versäumnisse anzumahnen. Anstatt in dieser wirklich schweren Staatskrise wenigstens jetzt parteipolitisches Kalkül zu unterdrücken, tun diese Leute das, weshalb sie die Linke kritisieren. Sie machen in blankem Populismus.
Keiner wird hoffentlich in dieser Lage übersehen, dass gerade die Liberalen nie etwas anderes als freie Märkte gepredigt und verlangt haben, dass sich der Staat aus wirtschaftlichen Belangen heraushält – am besten ganz. Und nun sind sie es, die dem Staat Versagen vorwerfen, weil er nicht kontrolliert, geprüft und reglementiert hat. Gründlicher kann man sich nicht lächerlich machen.
Noch ein Gedanke zum Abschluss dieses Artikels, der mich in diesen Tagen auch stark beschäftigt: Schon 1999 hat Lafontaine eine Art internationale Aufsicht über die Finanzmärkte auf der ganzen Welt gefordert. Natürlich war das mit dem Brioni-Anzüge und Cohiba-Zigarren-Kanzler Gerhard Schröder, dem Freund und Gönner der Wirtschaft, nicht zu machen. Lafontaines Rücktritt als Finanzminister war auch unter diesem Aspekt also möglicherweise doch nicht so überraschend und unverständlich, wie ich das lange Zeit gesehen habe.









Horst, durch ein ausgefeilteres deutsches Regelwerk hätte die Krise nicht verhindert werden können. Wo sie originär auf unsere Banken durchschlug, waren Staatsbanken im Spiel – die Meinung der FDP zu diesen Gebilden kennst du vielleicht. Die Privatbanken haben sich dagegen verhältnismäßig gut aus der Affäre ziehen können – bis eben die Krise so groß wurde, dass das Interbankengeschäft fast völlig eingebrochen ist. Das wäre auch im kühnsten Sozi-Regelwerk nicht vorgesehen gewesen, hätte also auch das Problem der Hypo Real Estate nicht verhindert.
Es ist eben grundlegend falsch, die Bankenkrise zum Anlass zu nehmen, mehr Staatswirtschaft zu predigen: Unsere Landesbanken, die KfW und die IKB haben bewiesen, dass dies mehr schadet als nutzt.
Nebenbei bemerkt, halte ich es für völlig legitim, dass die Opposition die Regierung kritisiert. Auch andere Beobachter sind inzwischen zu dem Schluss gekommen, dass hier eine Überforderung vorliegt.
Die Regierung muss ich natürlich nicht verteidigen. Und sie darf selbstverständlich kritisiert werden. Aber findest du es nicht reichlich komisch, dass es nun die Liberalen sind, die dem Staat versagen vorwerfen. Ich finde, solche Vorwürfe hätten zuerst einmal andere Adressaten verdient.
Nein, warum?
Was Deutschland betrifft, ist dem Staat als Eigentümer und Aufsichtsorgan von Banken sehr viel vorzuwerfen.
Und dem Staat als Krisenmanager auch.
Die USA sind jenseits dessen, was die FDP sinnvollerweise kritisieren könnte. Aber wenn, müsste sie mit der FED anfangen. Und die gehört wohl eher zum Staat.
Wen?
Horst, ich findes es echt prima, wie Du Dir hier Deinen persönlichen Blogpausenclown hältst. Respekt!
Und jetzt hat er sich ja endlich auch mal wieder zu Wort gemeldet.
Keine Verbalinjurien bitte. Wir wollen hier doch keine Abmahnungen provozieren, nicht wahr?
Danke für den tollen Beitrag. Ich freue mich schon auf weitere Beiträge.
Werde bald wieder reinschauen.
Grüße
Sonnenschutzfolien