Das ZDF zeigte gestern Abend eine Reportage zum 20. Todestag von Franz-Josef Strauß. Im Beitrag kamen Freunde und Familienangehörige des Politikers zu Wort. Man gab sich Mühe, dieser auf Bundesebene wohl sehr umstrittenen Person einigermaßen gerecht zu werden. Und so ereilte mich ein gewisser Grad an Rührung, als ich vernahm, wie sehr Strauß unter den Angriffen der damaligen SPD-Führung (Schmidt, Brandt) gelitten hat.
Im Wahlkampf 1980 startete die SPD ihre schnöde aber erfolgreiche Kampagne mit sehr persönlichen Angriffen auf den politischen Gegner. Auch heute bin ich der Meinung, dass sich Strauß nicht zuletzt durch sein eigenen politisches Verhalten selbst zur Zielscheibe gemacht hat. Interessant war allerdings schon noch einmal zu hören, in welch verletzender Art und Weise damals politische Auseinandersetzungen stattfanden. Dagegen sind die heutigen Schaukämpfe politischer Gegner doch arg langweilig und (vielleicht deswegen) weit weniger von persönlichen Angriffen geprägt. Ist das nun ein Fort- oder ein Rückschritt. Da bin ich mir nicht ganz sicher.
Eine Sache fand ich im ZDF völlig unsinnig und natürlich deplatziert. Angeblich hatte Strauß nach seinem ersten Treffen mit Gorbatschow (1987) eine Ahnung, dass nicht nur eine Veränderung in der damaligen Sowjetunion denkbar und möglich sei, sondern (und jetzt kommt’s), dass auch die Deutsche Wiedervereinigung im Bereich des Möglichen läge.
Damit habe ich gestern erstmals davon gehört, dass es in Deutschland ja doch einen Politiker gegeben hat, der die Ereignisse der Jahre 1989/90 vielleicht nicht vorausgesehen, so doch jedenfalls erahnt haben soll. Franz-Josef Strauß. Dies wurde zwar dann ein wenig relativiert, aber an dieser Stelle bin ich mental aus dem Beitrag ausgestiegen.
Man soll nicht Schlechtes über Tode reden. Aber man soll sie auch nicht verklären — noch dazu mit schlichtweg blödsinnigen Behauptungen.












Ich habe die Sendung nicht gesehen. Da war wohl ein Strauß-Fan am Werk ?
Die soll’s ja geben…
Ja, es gab Strauß-Fans. Ich kann das auch heute noch nicht verstehen.