Jörg Haider ist tot

Nilzenburger trifft in seinem Artikel sehr genau das, was ich dachte, als ich heute von Jörg Haiders Tod erfuhr. Der Mann war mir egal, was es mir etwas erleichtert, mit dieser Nachricht umgehen, wie Nilzenburger es vorschlägt. Und dennoch: Ich habe Haider nichts nachzusehen, nichts zu entschuldigen.

Er war das, was ich unter einem erklärten Feind verstehe. Keinerlei Sympathie für diesen Menschen, der eben nicht das tat, was seine politischen Gesinnungsgenossen so gern über ihn verbreitet haben. Er sprach eben nicht nur das aus, was andere dachten. Er war ein Brandstifter. Einer von der schlimmen Sorte. Seine Tirade über “Sozialschmarotzer”, die Beleidigung des polnischen Volkes, das er als arbeitsscheu bezeichnete und zahlreiche andere unsägliche Aussagen machen mir den Abschied leicht!  Ein Wolf im Schafspelz war er.

Aber auch so jemandem wünscht man nicht den Tod. Ich auch nicht. Von mir aus hätte er 105 Jahre alt werden und sich weiter seines Lebens erfreuen können. Aber ich wäre wahrscheinlich auch nie etwas anderes gewesen, als ein erklärter Feind.