Preisgekrönte Darbietungen auf erbärmlichen Niveau
In einem Interview mit der FAZ wurde Reich-Ranicki nach dem Grund für seinen gestrigen Wutanfall anlässlich der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises gefragt. Er fühlte sich dort wohl deplatziert und konnte es nicht mehr aushalten. Kann ich verstehen. Eine der “ausgezeichneten” Sendungen hieß: “Deutschland sucht den Superstar”. Da mag sich ein Mann von der Klasse eines Marcel Reich-Ranicki nicht so leicht einordnen.
Außerdem, das liest man bei Elke Heidenreichs Bericht über die Veranstaltung, die ZDF-Intendant Schächter als Sternstunde des Deutschen Fernsehens zu bezeichnen beliebte und Dieter Thoma (früher RTL) als pure Comedy auffasste, war das allgemeine Ambiente im Coloneum, die Scheußlichkeit am Stadtrand, scheinbar doch arg unwürdig. Köln – Ossendorf ist halt nicht Hollywood, meint Heidenreich. Broder lässt grüßen.
Reich-Ranicki mag ich sehr. Auch Elke Heidenreich. Das normale Fernsehvolk -auch ich- könnte sich allerdings ein bisschen beleidigt fühlen. Schließlich kriegen wir dieses Programm, über das Reich-Ranicki und Heidenreich sich aufgeregt haben, dargeboten und schauen es uns an. Das ist zwar wieder eine andere Sache. Aber, darüber muss man auch mal reden, wir kriegen keinen Preis, nicht mal Schmerzensgeld. Also Contenance.

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