Auch kirchliche Würdenträger können Populisten sein. Jüngstes Beispiel ist Bischof Mixa aus Augsburg. Er findet, die heute von unserer Regierung beschlossene Kindergelderhöhung sei eine Beleidigung der Familien. Er stellt fest, Kinder seien wichtiger als Banken. Ach ja.
Üppig ist es nicht gerade, was Staat an Kindergelderhöhung zahlt. Da haben wir doch zuletzt von ganz anderen Beträgen gehört. Das wurde auch schon von anderen Institutionen bemängelt. Es rief wohl auch Mixa auf den Plan. Denn er bescheinigt dem Staat, dass die Milliardenhilfen für den Finanzsektor ein “gesellschaftlicher Skandal ersten Ranges” sei. Ich denke, es mangelt Bischof Mixa ein wenig an Vorstellungskraft. Was hätte uns wohl bevor gestanden, wäre der Staat nicht in der nun teilweise scharf kritisierten Form ins Obligo gegangen? Das kann keiner so genau sagen. Aber an der notwendigen Phantasie fehlt es vielen dann auch wieder nicht.
Wenn wir einmal unterstellen, dass die allerschlimmsten Folgen der Finanzkrise aufgrund staatlicher Intervention vermieden werden könnten (was noch keineswegs sicher ist, s. Dax), wird eine der Folgen der angesagten Rezession (für Deutschland, Europa und die Welt) vielleicht die sein, dass auch der mit Abstand größte Einzeletat des Bundeshaushalts wieder angefasst und zusammengestrichen wird. Gut, das “wieder” nehm ich zurück.
Aber der Punkt ist der, dass das Kabinett gerade heute umfangreiche (milliardenschwere) Maßnahmen beschlossen hat. Und das, obwohl sich der Staat doch gerade gestern durch die Übernahme von gewaltigen Kreditgarantien vielleicht arg verausgabt hat.
Aber daran kann man auch wieder mal sehen, wie kompliziert Politik ist. Was wäre wohl passiert, hätte die Regierung ihre Vorhaben aufgrund dieser “neuen” Entwicklung erst einmal wieder auf Eis gelegt? Nun werden die Dinge durchgezogen und trotzdem ist es nicht gut.
Linke Blogger ganz unbeteiligt. Und/oder unsolidarisch?!
OK. Ich bin auch zu fett
Die Löhne in Deutschland blieben auch in 2010 weit hinter dem europäischen Durchschnitt zurück








Es blieb keine andere Alternative, so bitter das auch ist. Allerdings, und darüber sind sich im Moment viele einig, müssen Taten folgen dergestalt, dass in Zukunft den Herren Zocker und Abzocker auf die Finger geschaut wird.
Herr Tietmeyer darf mit dieser Aussage nicht weiter recht behalten:
Ich habe bisweilen den Eindruck, dass sich die meisten Politiker immer noch nicht darüber im Klaren sind, wie sehr sie bereits heute unter der Kontrolle der Finanzmärkte stehen und sogar von diesen beherrscht werden.
Man hat überhaupt nicht den Eindruck, als würde sich an den Bedingungen, zu denen in den “Casinos” dieser Welt gezockt wird, irgendwas ändern.
Hoffentlich wird sich das noch ändern. Vielleicht werden wir sonst noch unser blaues Wunder erleben. Die Leute lassen sich viel gefallen, aber nun ist es auch mal gut.