Abgas im Auto?

Eine Methode, sich umzubringen ist diejenige, dass man Autoabgase ins Innere des Fahrzeuges lenkt (mit einem Schlauch oder so), sich dann in dasselbe hinein begibt und sozusagen abwartet bis es vorbei ist. In manchem Krimi wurde diese Methode angewendet.

Anfang der Woche gab  die Anzeige meines Autos mal wieder Rußpartikelfilteralarm. Dieselfahrer kennen das. Diese Anzeige verschwindet im Normalfall sehr bald wieder, wenn man eine Weile in einem bestimmten Drehzahlbereich gefahren ist. Leider war das nun bereits zum zweiten Mal nicht der Fall, seit ich den Wagen fahre (seit März 2007). Nach einer verhältnismäßig kurzen Fahrzeit von ca. 40 km erschien neben dem Rußpartikelfilter die Störungsanzeige, dass die “Abgasanlage” nicht in Ordnung sei. In diesem Fall, das wusste ich vom letzten Mal, kann man normal weiterfahren (nicht schnell), sollte allerdings bald die nächste Werkstatt aufsuchen. Nichts Wildes also, dachte ich. Dem war aber nicht so.

Wieder etwas später blinkte zusätzlich die Anzeige “Motorstörung”. Die kannte ich noch nicht. Also hielt ich an und sah im Bedienungshandbuch nach. Auch trotz dieser Anzeige sollte es möglich sein, die nächste Werkstatt aufzusuchen. Na Klasse! Ich war immer noch fast 120 km von zu Hause entfernt. Ich fuhr also wieder auf die Autobahn, da eine Werkstatt um ca. 17.00 Uhr freitags nachmittags wohl nicht leicht zu finden sein dürfte.

Nun brachte der Motor kaum noch Leistung. Bei 80 km/h war Schluss. So langsam stellte sich bei mir ein sehr ungutes Gefühl ein. Vielleicht müsste ich diesmal wohl doch den ADAC bemühen oder … Mobilitätsgarantie hatte ich ja noch.

Zuerst mal weiterfahren. Nach dem Motto: Augen zu und durch. Schließlich war das ja nach dem Bedienungshandbuch auch erlaubt. Und siehe da. Wie beim letzten Mal, als die Abgasanlage defekt war, schien mein Auto über selbstheilende Kräfte zu verfügen. Zwei Fehleranzeigen erloschen. Nur die Abgasanlage wurde noch bemängelt. Die Motorleistung war auch wieder da.

Inzwischen fand ich, dass es im Wagen irgendwie etwas seltsam roch. Einbildung vielleicht? Ein bisschen schlecht war mir auch. Vielleicht lag das auch nur an der Sorge, dass ich aufgrund des Defektes am Ende doch viel später zu Hause eintreffen würde, als ich es vorgehabt hatte. Der Ruhigste bin ich im Augenblick nicht. Umsatz-Budgetplanungen für 2 Profitcenter und eine Vorschau sowie eine Neuheitenplanung und die Vorbereitung einer wichtigen Konferenz innerhalb eines kurzen Zeitraumes zerrten etwas an den Nerven.

Ich bin heil gelandet. 2 1/4 Stunden Fahrzeit. Das ging ja noch. Heute morgen war ich gleich in der Werkstatt. Als ich zur Sprache brachte, dass ich schon mal einen Fehler an der Abgasanlage gehabt hätte und mein Auto sich immer noch in der Garantiezeit befände, kam als erstes die Erwiderung des Servicemitarbeiters, dass im Checkheft ein wichtiger Stempel fehle. Die Firma würde sich gerade in letzter Zeit schnell “anstellen”, wenn gewisse Einträge fehlten. Meine Frau war freundlicherweise dabei, weil ich sonst ja von der Werkstatt nicht so ohne weiteres wieder nach Hause gekommen wäre. Sie erlebte genau an diesem Punkt einen kleinen Wutanfall meinerseits mit und war, wie ich sogleich feststellen musste, darüber wenig amüsiert.

Der Mann hatte jedenfalls sein Fett weg. Er versprach, sich bis heute Mittag zu melden. Was er auch tat. Vielleicht hatten meine “klaren Worte” dazu beigetragen. 3 Fehler waren diagnostiziert worden. Mehrere Ersatzteile müssten beschafft und eingebaut und außerdem muss die Software einem Update unterzogen werden. Spätestens am Dienstag kann ich das Auto zurückhaben. Alles nicht so wild könnte man jetzt sagen. Auch das Problem, dass ich am Montag mit dem Auto meiner Frau zur Arbeit fahren muss, war gelöst. Wir erhielten nämlich einen kostenlosen Leihwagen. Das fanden wir in Ordnung und haben uns artig beim Mitarbeiter des Autohauses bedankt.

Eine Information war allerdings für meine Begriffe dann doch etwas beunruhigend: Durch die Undichtigkeit einer Abgasleitung hätten evtl. Abgase ins Innere meines Autos gelangen können – meinte der Servicemitarbeiter. Ich erinnerte mich natürlich gleich wieder daran, dass mir gestern auf der Heimfahrt ein bisschen komisch geworden ist. Vielleicht war’s ja eben doch keine Einbildung.

Kommentare

  1. ulysses meint:

    Kein Grund zur Panik: das hochgiftige Kohlenmonoxid ist geruch- und geschmacklos (das vor allem). Wenn’s einem nicht mehr gut geht ist es meistens schon zu spät. Da Du noch bloggen kannst, hast Du es ja noch einmal geschafft. .-) ;-)

  2. Horst Schulte meint:

    Ja, ich hab’s überlebt. Unglaublich, nicht? :-)

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  1. [...] hätte alles so schön sein können. Meine Frau hatte mir schweren Herzens ihr Auto geborgt, weil meines ja defekt war und wir über die Woche uns keinen Leihwagen leisten wollten. Ich sitze also im Polo meiner [...]