Für Ypsilanti wird es ein kalter November
Bald ist der Tag der Abrechnung — in Hessen. Längst geht’s nicht mehr darum, den geschäftsführenden Ministerpräsidenten in Ruhestand zu schicken, wofür ich immer noch große Sympathie habe. Von der Öffentlichkeit wenig beachtet, wird also Anfang November die Wahl des Ministerpräsidenten vonstatten gehen. Oswald Metzger gefällt sich nochmals in der Rolle, die wesentlichen Grundzüge dieser Ungeheuerlichkeit zu beleuchten und weiß doch, dass nun alles in Gottes Hand liegt. Er schreibt es dem Windschatten der “Anti-Kapitalismus-Grundstimmung” zu, dass dieses Ereignis aktuell so in den Hintergrund geraten ist und bezeichnet Ypsilanti deshalb als “erste politische Profiteurin der Finanzmarktkrise“. Wenn es jetzt um Manager und nicht nur um eine SPD-Politikerin ginge, würde ein Aufschrei der Empörung durch die Medienlandschaft gehen.
Warten wir also ab, was in der nächsten Woche passieren wird. Ich wage mal eine Prognose: Sie wird nicht gewählt und fährt dann zusammen mit Heide Simonis auf eine der um diese Jahreszeit tristen Nordseeinseln, um dort festzustellen, wie schön das Leben doch sein kann.
Oswald Metzger kritisiert in seiner Betrachtung am Schluss dann noch mal schnell die beiden Parteien, die ihm keine neue politische Heimat geben wollten. Er meint:
Ich finde das richtig, weil Parteien die Wähler schließlich von ihrer eigenen Lösungskompetenz überzeugen sollten, nicht von der Inkompetenz der Konkurrenz. Und auch die Dämonisierung von Koalitionsoptionen holt einen manchmal schneller ein, als man glaubt.
Im Wahlkampf, hätte er denn im nächsten Jahr einen führen können, würde er diese Position sicher nicht halten wollen. :-[

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