Schuld sind immer die anderen

Unter der Woche blogge ich in letzter Zeit wenig. Keine Zeit! Heute mache ich mal eine Ausnahme. Das ist einem Gastkommentar von Nicolaus Heinen (28), Deutsche Bank Research, geschuldet, der in der Tageszeitung, die ich im Hotel las, zur Finanzkrise und zu den möglichen Konsequenzen hieraus u.a. folgendes schrieb:

Not macht erfinderisch, und Politik ist kreativ. Es besteht aller Anlass zur Sorge, dass die Finanzkrise nur ein willkommener Vorwand für Defizitsünder darstellt, ihre nicht nachhaltige Haushaltspolitik im Nachhinein politisch zu legitimieren

Hätte ich diese Aussage von irgendwem gelesen und sie auf den ersten Blick nicht nur an die deutsche Adresse (Politik) bezogen hätte, wäre ich zur Tagesordnung übergegangen. Dass es jedoch in diesem Fall ausgerechnet ein Banker ist, der mit solchen “Überlegungen” an die Öffentlichkeit geht, finde ich schon ein starkes Stück.

Kommentare

  1. Jan meint:

    Aha, Kollektivschuld und Sippenhaft, oder wie? Wer für eine Bank arbeitet muss ja Unsinn reden und hat ab sofort nie mehr Recht? Weiß nicht, ob uns das wirklich weiterbringt.

  2. Horst Schulte meint:

    Mir geht es nicht um Redeverbote, Kollektivschuld oder etwas derartiges. Aber es ärgert mich, dass ausgerechnet ein Banker mit dem ja auch nicht gerade neuen Vorwurf operiert, dass der Staat die Krise zur Verschleierung eigener Fehler nutzen könnte. Ich fände es richtiger, wenn die Banken zuerst einmal vor der eigenen Tür kehren würden. Mehr wollte ich mit diesem Hinweis nicht sagne.