Professor Walter Krämer ist Autor des Buches “Statistik verstehen” und eines Lexikons über die “populärsten Irrtümer”. Er ist Optimist. Solche Leute brauchen wir. Zeitweise denke ich, dass ich von dieser Spezies noch keinen getroffen hätte. Krämer behauptet jedenfalls von sich, einer zu sein.
Lobenswerterweise will er uns Deutschen die Miesepetrigkeit, den Volkspessimismus, abgewöhnen. Dafür hat er uns ein Buch geschrieben. Professor Krämer will nicht, dass wir uns weiterhin als geizige, bierbauchtragende und peinlichst genau unseren Müll trennende, weiße Unterhemden tragende Klischeedeutsche begreifen, die wenig leidenschaftlichen Spanier oder geistreichen Franzosen entgegenzusetzen hätten.
Bei seiner Suche nach Stichwörtern zum Thema blieb er bei einem Begriff wie “Kampfgeist” kleben. Jeder Deutsche kennt es, wenn auch überwiegend im Zusammenhang mit dem Fußball. Der Mann hat sich viel Arbeit gemacht und sich alle (hab ich wirklich so gelesen) Fußballspiele der deutschen Nationalmannschaft seit 1906 angesehen. Oh Gott… Die arme Frau. Das Ergebnis war, dass der Begriff “Kampfgeist” darauf zurückzuführen ist, dass wir die höchste Aufholquote haben. Krämers Schlussfolgerung lautet also: Wir sind Kämpfernaturen. Ich, so ganz typisch deutsch (vielleicht) erwidere: Wir sind eben schon oft hinterhergerannt und wenn es der Vorsprung des Gegners in einem Fußballspiel war.
Professor Krämer hat 160 Punkte aufgelistet, warum unser Land Spitze ist. U.a. als Erfinder der gemischten Sauna. “Wildfremde Männer und Frauen nackt in einem Raum, das gibt es nur bei uns”, stellt er unter anderem fest.












Letzte Kommentare